Sinnvolle Umwege
[Qualitätskontrolle] Unterwegs auf Reisen habe ich es mir zur Angewohnheit gemacht, doch wenigstens einmal einen McDonalds aufzusuchen und dort einen Hamburger zu essen. Gründe dafür sind – so war es jedenfalls früher einmal – die kostenlosen und sauberen Toiletten und der Kaffee ist auch einigermaßen akzeptabel. Hauptgrund ist aber der Test, ob der Hamburger dort genauso schmeckt wie sonst auch auf der Welt. So ist es meistens auch. Nur einmal, und das war in der Altstadt in Krakau, habe ich eine kleine Abweichung bemerkt. Der Tomatenketchup schmeckte dort tomatiger also sonst. Ob das nun tatsächlich so war oder eher an meinen Geschmackserwartungen lag, ist eine ganz andere Frage. Bemerkenswert aber sind die Preisunterschiede für ein und das selbe Produkt in den unterschiedlichen Ländern. Jahre später habe ich entdeckt, dass dieser Preisunterschied seit den 90er Jahren regelmässig untersucht und im Big-Mäc-Index wiedergegeben wird. Die Resultate sind erstaunlich: Umgerechnet in US-Dollar beträgt die Preisspanne (gemessen im Jahr 2010) ganze 5 Dollar und 36 Cent. In der Ukraine werden für einen Big-Mäc nur 1,84 US-Dollar erhoben, während in Norwegen der veredelte Hackfleischklops für umgerechnet 7,20 US-Dollar über den Tisch wandert. Nun würde wahrscheinlich kaum ein Norweger, Schwede oder Schweizer (dort sind die Fast-Food-Ikonen ähnlich teuer) auf die Idee kommen, sich keine Palette Mäcs aus der Ukraine schicken zu lassen, obwohl es doch eigentlich naheliegend wäre.
[Binnenmarkt] Was im Bereich der Nahrungsmittel absurd klingt, ist für andere Waren ein plausibles Geschäftsmodell. Bei Sendungen aus dem Ausland ist normalerweise Einfuhrumsatzsteuer und bei zollpflichtigen Artikel auch Zoll zu zahlen. Das gilt aber nicht innerhalb der Europäischen Union. Deshalb können Sendungen aus Großbritannien ohne Zollformalitäten zugestellt werden, denn – auch wenn Großbritannien noch immer am Pfund festhält – fallen keine Zusatzkosten an. Auch innerhalb der EU können die Preise für ein und dasselbe Produkt durchaus unterschiedlich sein. Der i-store ist ein Europäisches Shopping Center, das sich die Währungs- und Preisunterschiede in den verschiedenen EU-Ländern zu nutze macht und daher den Kunden immer wieder neue, überraschende Preisangebote machen kann. Die Palette des Centers bezieht sich gegenwärtig auf Computer und Zubehör, TV / Video und Audio, Handys/ Navigation / Spielkonsolen, Kameras / Optik und Zubehör sowie Kameraobjektive und Zubehör. Versandkosten fallen nicht an und alle Preise verstehen sich inklusive aller Gebühren, Mehrwertsteuer. Deshalb lohnt beim nächsten Einkauf ein Blick über den Tellerrand oder anders gesagt, ein kurzer Stop auf dem Portal von i-store. Nur um McDonalds sollte ich – aus unterschiedlichen Gründen – in Zukunft lieber einen großen Bogen machen. Das aber ist ein anderes Thema.
Berlin, 13.05.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] http://www.asianoffbeat.com/CrazyPictures/Big-Mac-Index.jpg
Körperbeherrschung
[Umwege] Soziale Situationen stressen mich, und ich habe viele Jahre darauf verwendet, mir diesen Stress und diese Angst abzutrainieren. Ein Phänomen in solchen Situation ist der Angstschweiß. Ich habe das lange Zeit verdrängt, aber dann tauchte dieses Thema in einem Gespräch auf und jemand sagte: Angstschweiß, das könne man riechen! Das hat mich einigermaßen beschäftigt und ich habe lange darüber nachgedacht. Nein, das wollte ich nun nicht und ich habe mir in schwierigen Situationen immer wieder mantramäßig klar gemacht, dass ich keinen Angstschweiß haben wolle. Es war einigermaßen erstaunlich für mich zu erleben, welche Selbststeuerungsfähigkeiten der menschliche Körper hat und ich weiß auch nicht genau, wie das funktionierte, aber ich schwitzte deutlich weniger. Die Sache hatte nur einen Haken – der Schweiß war nicht etwa weg, sondern suchte sich nur einen anderen Weg. Meine Füße waren klitschnass, und wenn ich am Abend aus den Schuhen stieg, hatte ich einen beißenden Geruch in der Nase. Das ging so einige Zeit, bis ich mich entschloss, mit diesem Problem zu meiner Ärztin zu gehen. Sie verschrieb mir Talkum und nach einigen Wochen war das Problem gelöst. Kein schwitzen - dafür gibt es also Lösungen, so lernte ich.
[Auswege] Heute habe ich viele Strategien entwickelt, damit Angstschweiß nicht mehr auftritt. Dazu gehört, mich auf die Situation vorzubereiten, neue Örtlichkeiten vorab zu besichtigen, bei Vorträgen mache ich in der Regel vorab eine Sprechprobe und checke die Technik. Maßgeblich aber sind mentale Techniken, die dabei helfen, die Situation in einen angstfreien Kontext zu setzen. Ich besinne mich auf meine Fähigkeiten, versuche, die Bedeutung einer Sache zu relativieren und mögliche Szenarien vorwegzunehmen, wenn etwas nicht klappt. Und entscheidend ist vor allem: Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung. Gut, und dann gibt es noch die körperliche Seite. Aber ich kann mich trainieren, kann dafür sorgen, Gewicht zu reduzieren und dann gibt es noch Produkte wie Zero – Stop It. Aber es gibt auch die andere Seite – den Genuss, schweißgebadet seine Ziele zu erreichen und die Freude darüber später unter der Dusche.
Berlin-Mariendorf, 12.05.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:JeffMerkeyinSweatLodge.jpg
Brennholz und Steganlagen
[Liegeplatz] Es war meine damalige Freundin, die sanft aber beharrlich darauf drängte, doch in einem Segelverein einzutreten. Mein Boot brachte ich zum Herbst immer über den Teltowkanal zum Hafen Tempelhof, drückte dem Baggerfahrer vom Schrottplatz 50 Mark in die Hand und dann hob er mich – also mein Boot – mit langen Gurten aus dem Wasser und bugsierte mich langsamst und leicht schwankend (wegen dem Kopfsteinpflaster und dem hohen Kran) auf meine Böcke. Im nächsten Jahr brauchte ich immer bis zum Juli oder sogar noch länger, bis mein Boot wieder startklar war. Das tat der Freude am Segeln zwar keinen großen Abbruch, aber optimal war es nicht, genauso wie mein Liegeplatz dort. Zu Silvester fürchtete ich immer einen Brandschaden durch irre gehende Knallkörper, und einmal wurden mir aus dem Boot auch Werkzeuge und Maschinen geklaut. Und preisgünstig war es auch nicht. Was mich an diesem Liegeplatz wohl so lange festhalten ließ war die unmittelbare Nähe zu Maximilian und den Rostbratwürsten mit Zigeunersalat.
[Werkstattofen] Der Eintritt in den Segelverein brachte so manche Vorteile mit sich, vor allem mit Blick auf die Disziplin. Das Zu-Wasser-Bringen der Boote war immer eine Gemeinschaftsaktion, die Ende März stattfand, der umgekehrte Weg aus dem Wasser heraus war Ende Oktober. Manchmal gab es sonnige, einigermaßen warme Tage, aber wir erlebten auch ausgesprochen eisige Temperaturen und in einigen Jahren auch Schnee. Es gab also Tage, an denen kehrte ich vollkommen durchgefroren vom Segelverein zurück. Aber auf dem Gelände gab es Segelkammern, also kleine Lauben, und es war wieder meine Freundin, die sanft aber beharrlich darauf drängte, uns auf eine solche zu bewerben. Denn der Besitz einer Segelkammer verhieß, dort einen Ofen zu installieren und sich bei den Tätigkeiten immer wieder aufwärmen zu können.
[Steganlage] Eines Tages wurde uns dann auch die Laube von Otti, einem vor kurzem verstorbenen Segelkameraden, angeboten, und wir hatten einen guten Sommer lang zu tun, diese Laube zu entkernen und entsprechend unseren Vo nie Rasen wachsen wird, aber das ist ein anderes Thema – und es müssen immer wieder Bäume gefällt werden. Nach zwei Jahren Lagerzeit sind die dann so weit durchgetrocknet, dass sie auch verheizt werden können. Insbesondere im Winter lässt es sich so auf dem Gelände hervorragend leben: Warm und naturnah. Sollte das Holz mal ausgehen, gäbe es immer noch die Möglichkeit, bei brennholz saarland einen ganzen Waggon voll nachzuordern.
[Gartengelände] Auch meine Freunde haben vor ein paar Jahren ein Gartengelände gepachtet und planen, dort eine Art Ferienhaus zu errichten. Sicher auch mit Ofen. Denn Holz gibt eine hervorragende Wärme ab. Und sollte ihnen mal das Holz ausgehen ...
Berlin, 12.05.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] Buchen-Brennholz im Wald aufgearbeitet. Foto: Gerhard Elsner 2006, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fuelwood.JPG
Aufrecht und erhaben
[Statussymbol] An und für sich mag ich keine Männer. Oder, genauer gesagt, eine bestimmte Sorte Männer mag ich nicht. Natürlich ist die folgende Aufzählung eine Verallgemeinerung, die dem einzelnen Mann nicht gerecht wird. Aber dennoch. Diese Tendenz alles immer genau zu wissen und anderen dieses Wissen aufdrängen zu müssen. Das Drängeln auf der Straße, das dichte Auffahren, Lichthupen, um dann doch wieder an der nächsten roten Ampel zu halten. Die fehlende Intelligenz in Verbindung mit dem lautstarken Auftreten. Die große Klappe und die fehlende Substanz. Der latente Sexismus und die oberflächliche Kumpanei. Feinripp, Pils und Fußball. Dicke Bäuche und Glatzen. Die Arroganz und die Besserwisserei. Die Rechthaberei und die männliche Aggressivität. Schlips und Anzug. Lackschuhe und Anzugtypen. Die Saufgelage und die männlichen Statussymbole. Und vor allem, der permanente Schwanzvergleich: Meiner ist der Größte! Ist das nicht widerlich? Männer - ein wahres Gruselkabinett.
[Steinschwanz] Eine Stadt, die mir in diesem Zusammenhang auch nicht gefallen hat, war Darmstadt. Ich war dort von der Evangelischen Fachhochschule eingeladen zu einem Probevortrag für eine Professur in Gemeinwesenarbeit. Ich hatte einen wahrhaft großartigen Vortrag vorbereitet, hatte aber trotzdem keine Chance, weil das Kollegium sich schon auf eine hausinterne Bewerberin festgelegt hatte. Mein Auftritt war also pure Staffage. Untergebracht war ich vorzüglich in der Jugendherberge am See und auch die Hochschule wäre eine schnuckelige Arbeitsstätte gewesen. Was mich aber an der Stadt wirklich störte, war das Wahrzeichen der Stadt, das Ludwigsmonument. Das steht schon seit 1844 auf dem zentralen Luisenplatz in Darmstadt und ist in Wahrheit nichts weiter als ein riesiger Steinschwanz. Mal ehrlich: Wer nackt auf die Straße geht, riskiert eine Anzeige, aber wenn eine Stadt mitten im Zentrum einen Pimmel aufstellt, regt sich niemand darüber auf. Kurios.
[Schwanzvergleich] Wenn ein Mann also ein Potenzmittel sucht, gibt es ein sehr interessantes Produkt und zwar nicht als Pille, sondern als Gel. Das Kamagra Oral Jelly Gel hat den Vorteil einer schnellere Wirkung (nur 15 Minuten) und einer besseren Verträglichkeit. So wird es wenigstens versprochen. Der im Gel enthaltene Wirkstoff ist – wie bei Viagra auch – Sildenafil. Der Hersteller aus Indien liefert dieses Gel in den Geschmacksrichtungen Erdbeer, Banane, Orange, Vanille, Butterscotch, Ananas, Schokolade und Mango. Das ist wirklich lecker! Ein Beutel enthält 100 Milligramm. Versprochen wird eine Wirkzeit von 4 bis 6 Stunden. Meines Erachtens wäre es eine wirkungsvolle Werbestrategie, den Darmstädter Pimmel damit mal einzureiben und dann zu sehen, was passiert.
Berlin, 04.05.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] "Leuchtpuller bei Nacht" - Das Ludwigsmonument Darmstadt, Quelle: WikiCommons http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Darmstadt-Luisenplatz-Rheinstrasse.jpg?uselang=de
Lohnende Aufenthalte
[Sound] Meine erste Auslandsspracherfahrung war im Jahr 1972, ich war gerade 7 Jahre alt. Meine Eltern fuhren mit uns nach Polen, Verwandte zu besuchen. Es war faszinierend, vor allem meinen Vater zu erleben, wie er sich in einer komplett anderen, mir unbekannten Sprache unterhielt. Und ich – verstand gar nichts. Ich muss in diesen und den folgenden Ferien meine Eltern ziemlich genervt haben mit meinem ständigen Nachgefrage: Papa, was hast Du eben gesagt? Papa, was heisst das? Papa, worüber habt ihr gesprochen? Immerhin lernte ich in diesen Tagen meine ersten Brocken polnisch und mein Kopf prägte sich den Sound der polnischen Sprache ein.
[Kurs] Den Entschluss, polnisch zu lernen, fasste ich 1990 im Sommer. Ich war gerade mit meiner damaligen Freundin Bettina in Polen unterwegs und wir übernachteten auf dem Campingplatz in Nikolaiken. An Schlafen war nicht zu denken, denn ein Typ brüllte die ganze Zeit völlig euphorisert: Hurra hurra jeszcze troche! Zwei Tage später konnte ich meine Tante Erna fragen, was das wohl bedeuten könnte. Sie sagte: So sinngemäß bedeutet das: Hurra hurra, es gibt noch was! Das fand ich sehr großartig und nach meiner Rückkehr meldete ich mich bei der Deutsch-Polnischen Gesellschaft in Berlin zu einem Sprachkurs an, dem noch viele folgten, in Berlin, aber auch in Krakau und Warschau. Heute spreche ich leidlich polnisch und bin damit nicht unzufrieden.
[Verständnis] Obwohl ich in der Schule von der 5. Klasse an und bis zum Abitur regelmässig Englisch-Unterricht hatte, bin ich doch etwas unzufrieden über meine englischen Sprachkenntnisse. Ja, wenn wir damals an der Uni Seminare und Vorlesungen in Englisch gehabt hätte – am Besten noch mit schriftlichen Übungen – dann hätte ich auch gute Kenntnisse im Wissenschaftsenglisch erwerben können, zumindest für den Bereich Sozialwissenschaften und Theologie. Leider werde ich immer noch nervös, wenn ich nur die Worte survey und approach höre. Deshalb ist es nur zu begrüßen, wenn es inzwischen auch schon für Schüler die Möglichkeit gibt, betreute Sprachreisen nach England mit umfangreichem Sport- und Freizeitprogramm wahrnehmen zu können. Verschiedene Kursarten stehen dabei zur Wahl und die Teilnehmer wohnen bei persönlich ausgewählten englischen Gastfamilien. Sprachreisen für Schüler erhalten Top- Bewertungen bei Trusted Shops, dooyoo, ciao und yopi, TÜV Service tested zum 5. Mal in Folge (zum 3. Mal in Folge "sehr gut"). Auch bei mir war es eine Sprachreise, die den entscheidenden Durchbruch für meine sprachlichen Fähigkeiten brachte. Ich wohnte zwei Wochen lang in Kraków und konnte erleben, dass die Sprache wirklich funktionierte, dass ich in der Lage war, alles, was ich wollte zu sagen. Und ich wurde verstanden. Unglaublich.
Berlin, 04.05.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] Fotographie von Harald Dettenborn, 45. Münchner Sicherheitskonferenz 2009: Impressionen: Die Kabinen der Übersetzer. English: 45th Munich Security Conference 2009: Impressionen: The cabin of the translators.
Date 6 February 2009, 15:33, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Msc_2009-Impressions_Friday-Dett_031.jpg
Wohlfühlwohnen in der Genossenschaft
[Wohnverhältnisse] Ich würde es nicht unbedingt mobbing nennen, aber lästig ist es schon, wenn der Vermieter, der nominell ein sozialer Verein ist, vor Gericht Klage erhebt, um meine Zustimmung zu einer – fehlerhaft begründeten und damit unberechtigten – Mieterhöhung zu erzwingen. Aber belastend ist es schon, vor allem, wenn Klage auf Klage folgt und dazu noch die eine oder andere buchstäblich an den Haaren herbeigezogene Abmahnung. Also ging mir der Gedanke im Kopf um, nun doch dafür zu sorgen, wohnungsmässig meine Verhältnisse neu zu ordnen. Dabei kam mir der Zufall zur Hilfe – bei einem Stadtteilrundgang mit einer befreundeten Journalistin besuchten wir eine Seniorenbegegnungsstätte, und dort erfuhr ich, dass durch den Tod eines langjährigen Gastes eine Wohnung in einer Wohnungsbaugenossenschaft frei werden würde.
[Grundrisse] Und schneller noch als ich es begreifen konnte, war ich Genossenschafter in dieser Genossenschaft und konnte schon bald einen Nutzungsvertrag für eine Wohnung unterschreiben. Die neue Wohnung ist zwar kleiner als meine jetzige, aber wesentlich funktionaler geschnitten. Vom Flur geht rechts zur Straße das große Zimmer ab, und zur linken Seite in Richtung Hof das Bad, die Küche und das kleinere Zimmer. Im Vergleich zu meiner jetzigen Wohnung sind Bad und Küche wirklich klein – aber das finde ich in Ordnung. Das Bad ist ja kein Daueraufenthaltsort, und ein großer Koch bin ich auch nicht. Der Schwerpunkt dieser Wohnung liegt auf den beiden separaten Zimmern, die es ermöglichen, auch zu zweit komfortabel darin zu wohnen.
[Investitionen] Langfristig habe ich für die Wohnung einige Verbesserungen geplant. Zum einen soll in das große Zimmer ein Hochbett gebaut werden. Dann möchte ich die alten Verglasungen beider Zimmer durch moderne Verbundglasscheiben ersetzen. Und schließlich denke ich darüber nach, im Bad statt der Badewanne eine barrierefreie Dusche einzubauen. Und das wäre dann gleich die Gelegenheit, über moderne und stilvolle Armaturen nachzudenken. Dafür kommt Badezimmer-Zubehör von Emero in Betracht. Denn eines ist mir jetzt schon klar – und im Zuge der Renovierung wird es mir immer deutlicher bewusst: Diese neue Wohnung ist eine echte Wohlfühl-Wohnung, die mir schon jetzt und auch langfristig viel Freude bereiten wird. Und als Genosse einer Genossenschaft habe ich keinen Ärger mit dem Vermieter zu befürchten, sondern bin eher so eine Art Miteigentümer.
Berlin, 18.04.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] Badezimmermobiliar Villeroy&Boch Anfang der 1980er Jahr, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Badezimmer_02.JPG?uselang=de
Schrebergarten mit Heizgelegenheit
[Standort] Meine Nachbarin träumt wie so viele davon, im Grünen zu wohnen. Das nimmt auch kaum Wunder, denn ein Leben in einer Großstadt bietet nicht nur Vor-, sondern auch Nachteile. Dazu gehören die räumliche Enge, der Lärm, die nächtliche Lichtverschmutzung und vor allem die weitgehende Abwesenheit von dem, was wir als Natur empfinden. Natürlich gibt es Grünflächen, aber die sind vor allem in innerstädtischen Bereich klein und hoch frequentiert. Der Kauf eines Grundstücks im Umland bietet keine sinnvolle Alternative: Das Pendeln mit öffentlichem Nahverkehr zu Arbeitsorten in der Stadt frisst den Erholungswert wieder auf, und der Betrieb eines Autos ist ebenso umweltbelastend wie nervend – vor allem in den Zeiten von Berufsverkehr oder Stau. Und ganz in die Pampa zu ziehen in eine verlasse Region ist auch keine wirkliche Option.
[Einhegung] Aber es gibt Alternativen. Gerade in Berlin gibt es ausgesprochen viele Kleingartenanlagen. Der historische Grund für die Existenz dieser Flächen liegt ebenfalls in einer Zurück-zur-Natur-Bewegung. Nachdem bekannt wurde, wie gesundheitsschädlich das Leben in den dunklen Kellerwohnungen der engen Hinterhöfe der innerstädtischen Mietskasernen ist, gab es bereits in der Kaiserzeit erste Stimmen, die einen Ausgleich forderten. Ungenutzte Brachflächen und Bauerwartungsland sollte den Arbeiterfamilien zur Verfügung gestellt werden, damit diese die Flächen beackern könnten. Neben dem Aufenthalt im Freien wurde auch der Aspekt der Selbstversorgung mit Obst und Gemüse angeführt. Natürlich gab es noch einen weiteren Hintergedanken: Wer Unkraut jätet, Erde umgräbt und Stauden zieht, demonstriert nicht und hat auch weniger Zeit für die neu entstandenen suspekten sozialdemokratischen Arbeitervereine, de doch nur Umsturz und Chaos wollten.
[Aufbau] Jedenfalls ist meine Nachbarin zusammen mit ihrem Dauerfreund zum Bezirk gegangen und jetzt haben beide einen langjährigen Pachtvertrag für schmales Geld für einen Schrebergarten. Das Ganze hat nur einen kleinen Haken: Das Gelände ist total verwildert und eine Laube gibt es auch nicht. Was für andere ein Nachteil ist, sehen beide als Vorteil: Schritt für Schritt wollen sie sich eine Laube nach eigenen Vorstellungen aufbauen. 35 qm maximal darf die Größe sein, und bei geschickten Aufteilung, so sagen sie, ist das auch völlig ausreichend. Sicher werden sie für kältere Tage auch einen Kaminofen einbauen. Genug Auswahl haben sie ja, wenn sie sich im Ofenshop bei Edinger umsehen. Und das Holz für den Kamin wird bis dahin auch gut abgelagert sein. Denn erst vor ein paar Tagen haben mich beide gefragt, ob ich nicht mal rauskommen wolle. Zum Holzsägen.
Berlin, 17.04.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] Besucher an Kleingärten 1955 - Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Fotothek_df_roe-neg_0006359_028_Besucher_an_Kleingärten.jpg?uselang=de
Mitten drin am Spielfeldrand
[Attraktion] Als ich dann endlich im Alter von 9 Jahren das Fahrradfahren erlernen konnte, machte ich es mir zur Angewohnheit, täglich nach der Schule in den nahegelegenen Volkspark zu radeln und dort einige Zeit zu verbringen. Ich fuhr alle Wege ab – wohl, um zu kontrollieren, ob noch alles so war wie am vorherigen Tage – und dort, wo es mir interessant erschien, verweilte ich länger. Bei meinen Routinewegen liess ich aber den aufgeschütteten Trümmerberg aus. Der Aufstieg war mit meinem blauen Klapprad einfach nicht zu bewältigen – und im Grunde war der Berg auch etwas für den Winter. Das Plateau war nämlich der Startpunkt für die Rodelbahn. Attraktionen gab es im Volkspark im Grunde nur zwei: Modellbote auf dem grossen, vorderen Blümelteich und Fu0ballspiele im hinteren Teil. Das Mariendorfer Volksparkstadion mit seinen Rängen aus Stein war für den normalen Trainingsbetrieb normalerweise nicht zugänglich, aber davor gab es zwei Schotterplätze, auf denen regelmässig Fu0ballspiele ausgetragen wurden.
[Spielstand] Und so entwickelte ich mich zu einem exzessiven Fussballspielbeobachter. Es gab im Grunde zwei interessante Positionen. Zum eine war mehr oder weniger direkt an der Mittellinie und die andere direkt hinter einem Tor oder leicht seitlich versetzt, so dass ich nicht durch die Maschen gucken musste. Beide Positionen hatten so ihre Vorteile. Wenn das Spiel ausgeglichen war, war von der Mittellinie aus gut zu beobachten, wie das Spiel mal zur einen, mal zu anderen Seite wogte. Von der Hintertorposition liess sich gut beobachten, wie die eine Mannschaft versuchte, ein Tor zu erzielen und die andere, dieses zu verhindern. Dumm nur, wenn sich das Spiel überwiegend auf der anderen Spielfeldhälfte abspielte. Da ich aber mit dem Fahrrad unterwegs war, konnte ich schnell die Beobachterpostion wechseln. Und so habe ich im Verlauf der Jahre etliche Spiele beobachten können. Das interessante daran war, dass nie abzusehen war, wie es ausging. Gut, es gab auch eindeutige Siege, aber fast genau so häufig kam es vor, dass eine Mannschaft, die in Führung war, das Spiel zum Schluss noch verlor.
[Sportwette] Heute habe ich das Interesse an Fussball nahezu vollständig verloren. Das Spiel ist mir zu wenig komplex, und es stört mich die extreme Kommerzialisierung. Und auch die nationalistische Fixierung, die ich im Grunde widerwärtig finde. Wenn da Lappen hochgezogen und Lieder geträllert werden und alle stehen stramm wie aufgezogen. Das ist doch ausgesprochen dumm. Und für Menschen, die Geld haben, gibt es noch die Möglichkeit, auf den Ausgang des Spiels zu wetten. Und weitere Infos zum Thema stehen selbstverständlich im Internet zur Verfügung. Da für mich Geld keine besondere Bedeutung hat, gebe ich das wenige Geld, was ich habe, dann doch lieber aus für Dinge, die ich für Geld am einfachsten erlangen kann. Aber wenn mich mal jemand mitnehmen würde, vielleicht würde ich mich auch auf die eine oder andere Fussballwette einlassen.
Berlin, 16.04.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] commons.wikimedia.org/wiki/File:Tepantitla_mural,_Ballplayer_B_Cropped.jpg, Foto by Daniel Lobo (Daquella manera) Small detail of a reproduction of a mural at the Tepantitla complex of Teotihuacan. Cropped and enhanced from a photo by Daquella manera
Schulranzen und lebenslanges Lernen
[Katzenauge] An den Tag meiner Einschulung habe ich kaum Erinnerungen. Es gibt dieses Foto, das mich mit kurzen Hosen, Kniestrümpfen und einer riesengroßen Schultüte zeigt. Die Schultüte war wohl fast so groß wie ich. Dabei war es gar nicht erforderlich, mir den Schulbeginn mit Schokolade und Keksen zu versüßen. Denn Schule war besser als Kindergarten. Alle Schüler hatten auf ihren Stühlen zu sitzen und es gab immer welche Aufgaben. Das war sehr gut, weil so konnten sie mich nicht ärgern. Ich erinnere noch genau, dass wir auf liniertem Papier irgendwelche Kringel malen sollten. Das waren die Vorübungen zum Schreiben von Buchstaben. Meinen ersten Schulranzen habe ich auch noch in Erinnerung. Er war aus hellbraunem Leder und hatte ein Querformat. Im Verlauf der Schuljahre kamen immer mehr Schulbücher hinzu, so daß der Ranzen immer praller gefüllt war. Und auf der Rückseite war ein Reflektor in Gelb – ein sogenannes Katzenauge – befestigt. Das hatte aber schon bald einen Sprung und war sehr zerkratzt. Der Schulranzen war mit groben Garn genäht und ich erinnere mich noch genau, dass er oftmals geflickt werden mußte.
[Lastenträger] Jahre später änderte sich die Schulranzenmode rapide. Es kamen Schulranzen aus Plastik in Mode. Sie waren zwar leichter, aber sehr viel größer, so dass die Schülerinnen im Endeffekt mehr zu tragen hatten. Und sie waren deutlich bunter – ja, es gab eine wirklich beeindruckende Kollektion und auch mehr Reflektoren. Und dann kam eine Diskussion auf, dass die Schüler viel zu viel zu tragen hätten und dass sowohl Eltern als auch Schüler darauf zu achten hätten, keine unnötigen Bücher mitzuschleppen. Welches der heutige aktuelle Stand der Schulranzenentwicklung ist, kann ich gar nicht sagen, da ich mich seit Jahrzehnten damit nicht mehr beschäftigt habe. Das könnte aber anders werden, wenn meine Nichte eingeschult wird und ich auf die Idee komme, ihr einen Schulranzen zu schenken. Oder, noch besser, ich gehe mit ihr rechtzeitig zu einer Schulranzenparty der Region und suche mit ihr zusammen einen aus. Mal sehen, vielelicht ist ja auch für mich ein neuer dabei. Für meine Besuche in der Volkshochschule.
Berlin, 10.04.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] Schulanfänger, Urdenbach, 3. April 1953, Sammlung Hans Lachmann (Bild 194) This image was provided to Wikimedia Commons by the German Federal Archive (Deutsches Bundesarchiv) as part of a cooperation project. The German Federal Archive guarantees an authentic representation only using the originals (negative and/or positive), resp. the digitalization of the originals as provided by the Digital Image Archive. http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_194-0557-15A,_Erster_Schultag.jpg
Poesiealbum
[Aufgabe] Ich weiss gar nicht mehr genau, wann diese Mode aufkam. Auf jeden Fall war es notwendig, einigermaßen lesen und schreiben zu können. Deswegen würde ich sagen, so etwa in der dritten oder vierten Klasse oder später. Die Dinger waren viereckig, hatten eine Größe von vielleicht 15 x 15 Zentimetern und waren gut ein oder wzei Zentimeter dick. Eines Tages fing es an, und auch ich bekam eines in die Hand gedrückt. Nun war die Not groß. Es musste ein vernünftiger Sinnspruch gefunden werden. Keine Ahnung, was ich damals geschreiben habe – nur soviel weiß ich noch, dass mir Goethe suspekt war. Wahrscheinlich hat mir meine Mutter geholfen und mir einige Vorschläge unterbreitet. Die größte Schwierigkeit bestand aber wohl darin, die Sache fehlerfrei hinzukriegen. So war jedenfalls damals mein Anspruch. Natürlich gab es damals Stifte, mit denen es möglich war, kleine Korrekturen vorzunehmen – den sogenannten Tintenkiller, aber wenn man genau hinsah, sah man es eben doch. Deshalb war es eine gute Methode, den Text schon mal vorzuschreiben und dann nur noch zu übertragen – gaaaanz langsam. Und darunter stand dann meistens: Dein Klassenkamerad Stefan. Diese Poesiealben waren insgesamt also eher schrecklich, und dass ich auch eines hatte, lag im Grunde nur daran, dass alle so eins hatten. Und dann gab es auch noch Dinge zum Einkleben darin: Glitzernde Sterne, Herzchen, Blümchen und so weiter. Ich glaube, ich möchte gar nicht wissen, das ich damals in meiner großen Not den anderen hineingeschreiben habe.
[Abriss] Nur einmal, da gab es ein Problem: Ich war schon dreizehn und mitten in meiner ersten Sinnkrise, als mir mein kleiner Bruder sein Poesiealbum vorlegte. Meinem damaligen Selbstverständnis entsprechend zitierte ich einen Ausschnitt aus dem Musical Hair mit der Textzeile: Wo komm ich her? Wo geh ich hin? Sagt wozu? Sagt woher? Sagt wohin? Mit diesem Text gab es ein Problem: Für meine Eltern war die Sinnfrage mit Gott und Christus ein für alle mal beantwortet (möglicherweise auch deshalb, weil sie sich ernsthaft nichts anderes als das vorstellen konnten), der Text also untragbar und ich erinnere mich noch, dass diese Seite dann aus dem Poesiealbum ganz sorgfältig herausgetrennt und entfernt wurde. Nur wer ganz genau hinsah, konnte da noch was erkennen. Ja, das war wirklich ein Ding.
[Anleitung] Wie auch immer, das Poesiebuch des 21. Jahrhunderts heißt vielleicht Gästebuch oder Facebook oder möglicherweise Pinterest, aber das Prinzip ist das gleiche geblieben: Man wird daraum gebeten, einen Eintrag zu hinterlassen. Manchmal will mensch das auch freiwillig tun. Und dann ist es natürlich schön, ein passendes Bild zu hinterlassen. Es gibt Portale, um beispielsweise für Facebook Bilder zu finden und einzubinden. 71975 Bilder in 131 Kategorien auf ja-pics.net, das ist schon eine ganze Menge. Und wer genauer wissen will, wie es funktioniert, kann im Netz auch noch eine Anleitung finden. Ich für meinen Teil habe jetzt die Möglichkeit, in den Sozialen Medien nun ganz individuelle Grüße zu versenden.
Berlin, 09.04.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Album2kleiner.jpg
Mehr als telefonieren
[Erreichbarkeit] Als vor drei Jahren mein Handy kaputt ging, musste ich mir überlegen, was ich machen wollte. Das nächste große Projekt, das ich damals in Planung hatte, war eine sechswöchige Bootstour nach Masuren und über den Wasserweg quer durch Polen zurück nach Hause. Ich brauchte also ein Handy, das ein paar Tage durchhalten konnte. Das war vor allem wichtig wegen meiner Mutter. Sie war gerade im vergangenen Jahr Witwe geworden, und machte sich Sorgen, ob sie so lange alleine zurechtkommen würde. Also zeigte ich ihr auf einer großen Polenkarte, welche Strecke ich fahren würde und erlaubte ihr, mich einmal pro Woche zwischen 19:00 und 20:00 anzurufen. Diese Zeit hatte ich extra so gewählt, um nicht tagsüber beim Segeln gestört zu werden. Ich glaube, Mittwochs war dann immer unser Telefontag. Hinterher erzählte sie mir, dass Sie dann auf der Karte immer ganz genau sehen konnte, wo ich gerade war und welche Orte ich in den nächsten Tagen erreichen würde. Dieses Handy habe ich heute immer noch. Es ist so großartig, denn es kann ein paar wichtige Dinge: Es ist möglich, damit zu telefonieren, sms zu senden und zu empfangen und ein lauter Wecker ist da auch drin. Es stellt sich immer automatisch nach wenigen Sekunden in den Ruhemodus, so dass ich es nur ganz selten aufladen muss. Für meine Bootsreise hatte ich mir extra ein 12 Volt Ladekabel besorgt, und so konnte ich das Handy auch auf dem Boot aufladen. Das Handy hat damals 19€ gekostet und mehr sollte ich Handy meiner Meinung nach auch nicht kosten. Nur die Telefongebühr ist horrend teuer, vor allem, wenn ich mal außerhalb von Deutschland bin. Eigentlich sollte ja alles innerhalb der EU Inlandstarif sein, aber die großen Konzerne nutzen alle möglichen Tricks, um Bürger gnadenlos abzuzocken. Aber das ist ein anderes Thema.
[Eleganz] Jetzt denke ich darüber nach, mir ein schönes Smartphone zuzulegen, zum Beispiel ein Samsung Galaxy S4. Wenn ich dann damit zu offiziellen Anlässen unterwegs bin, sollte es auch repräsentativ wirken. Die Samsung Galaxy S4 Tasche wäre dafür das richtige Equipment. Die Tasche ist aus Leder gefertigt, und innen weich gefüttert. Das schont das Display. Der Verschluss ist elegant magnetisch. Trotzdem sind alle Anschlüsse frei und das Smartphone ist super frei bedienbar. Und vor allem ist die Tasche in schwarz erhältlich, was den vornehmen Eindruck nochmal verstärkt. Dann habe ich auch noch gehört, dass es inzwischen Solarmodule gibt, mit denen es möglich ist, das Smartphone nachzuladen. Das wäre dann eine autarke Lösung. Ich wäre nicht abhängig von irgendwelchen Steckdosen und könnte trotzdem tagelang empfangsbereit sein und alle weiteren Funktionen des Smartphones nutzen. Mich würden insbesondere Apps interessieren, die ich für nautische Zwecke nutzen kann, also GPS-Position, Wetterberichte, Windvorhersagen, Schleusenbetriebszeiten, kostenfreie WLAN-Anschlüsse in Häfen und weiteres mehr. Insofern ist es doch hilfreich, wenn ein Telefon mehr kann als nur telefonieren. Klar, dass ich dann auch eine Hülle dafür brauche.
Berlin, 27.03.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:SRA_600D.jpg
SRA 600D mobile phone from Svenska Radioaktiebolaget (SRA).
Date 8 January 2013, 01:41:38
Source Origin page TELE.Ch-350 at Digital Museum
Author Telemuseet, Norway
Pinienrindenextrakt - Die Mittelmeer-Diät gegen Arthrose
Gute Nachrichten für die mindestens fünf Millionen Menschen, die alleine in Deutschlad an Arthrose oder Gelenkverschleiß leiden, kommen vom Nadelbaum, der, neben dem Olivenbaum, hauptsächlich die Landschaften der europäischen Mittelmeerküsten prägt. Gemeint ist natürlich die Pinie, deren nussartige Samen sich großer Beliebtheit erfreuen.
Aus den Rinden der Mittelmeer-Kiefer (pinus pinaster) wird nun ein Extrakt gewonnen, dass nicht nur arthritische Schmerzen lindern, sondern auch den Rückgang von Entzündungen positiv beeinflussen kann.
Italienische Studie: Mit Pinienrindenextrakt 58 Prozent weniger Arthrose-Medikamente
Dieses Ergebnis legt eine umfangreiche Studie der italienischen Chieti Universität nahe. Während der Doppelblindstudie, bei der also weder Patienten noch medizinisches Personal wussten, welchen Probanden der zu untersuchende Stoff verabreicht wurde und welchen nicht, nahm eine Gruppe von 79 Personen Placebos ein, während 77 Personen Pinienrindenextrakt zu sich nahmen.
Nach drei Monaten konnte festgestellt werden, dass die Teilnehmer, denen Pinienrindenextrakt verabreicht wurde, andere medikamentöse Behandlungen gegen Arthrose signifikant um 58 Prozent reduzierten. Dies betraf die Einnahme von Schmerzmitteln ebenso wie von Entzündungshemmern.
Mit der geringeren Einnahme von Medikamenten nahm natürlich auch das Auftreten von deren Nebenwirkungen ab.
Pinienrindenextrakt enthält wichtige Flavonoide
Zurückgeführt werden diese Wirkungen des Pinienrindenextraktes auf seine antioxidativen Eigenschaften. Derzeit werden die Rinden der Pinus pinaster oder See-Kiefer, beziehungsweise aufgrund ihrer geografischen Herkunft gelegentlich auch französische Küstenpinie genannt, verarbeitet.
Diese Art weist einen besonders hohen Anteil an den Flavonoiden Catechin, Epitechin und Taxifolin auf. Allen drei Wirkstoffen wird eine hohe inflammatorische also entzündungshemmende Wirkung bescheinigt.
In der Studie aus Italien konnte jedoch über die Schmerzlinderung und Verringerung von arthritischen Entzündungen hinaus bei den Probanden, die Pinienrindenextrakt zu sich nahmen, beobachtet werden, dass sie verstärkt Muskelgewebe aufbauten, wodurch sich auch ihre allgemeine Leistungsfähigkeit, bei geringerer Einnahme von Medikamenten, verbesserte. Ein direkter Zusammenhang mit dem Pinienrindenextrakt konnte hier jedoch nicht nachgewiesen werden.
Verschiedene Studien zu natürlichen Arthrosemitteln findet man hier, diese Studie stammt von Belcaro, G., et al., "Treatment of osteoarthritis with Pycnogenol. The SVOS (San Valentino Osteo-arthrosis Study). Evaluation of signs, symptoms, physical performance and vascular aspects.", Phytother Res. 2008 Apr;22(4):518-23. doi: 10.1002/ptr.2376.
Volldampf auf Knopfdruck
[Gewöhnung] Ich weiß noch genau, wann und wo ich mit dem Rauchen anfing. Mein Jugendverband bot eine absolut preisgünstige dreiwöchige Sommerurlaubsreise nach Holland an, und für mich war das die Gelegenheit, zum ersten Mal und endlich ohne meine Eltern in den Urlaub zu fahren. Also hingen wir da rum auf einem Zeltplatz im Norden von Amsterdam und vertrieben uns die Zeit mit Softball-Tennis auf einem Volleyballfeld, geschlechtergemischte gemeinsame Duschgänge, Lagerfeuer und Bier trinken. Von den Älteren rauchten damals fast alle selbstgedrehte Zigaretten der Marke Samson oder Van Nelle. Natürlich wusste ich, dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, aber dann war die Neugier doch größer, weil ich wissen wollte, was um alles in der Welt am Rauchen dran ist.
[Gesundheit] 182.500 Zigaretten und 25 Jahre später (1) hörte ich mit dem Rauchen auf. Weil das nicht mehr gut war mit den frühmorgendlichen Hustenanfällen nach der ersten Zigarette. Zuerst besuchte ich einen Nichtraucherkurs. Ursprünglich war ich skeptisch, aber als ich erfuhr, dass der Kurs von einer früheren Kollegin angeboten wurde, dachte ich mir: Die Frau ist kompetent, und sie würde den Kurs nicht machen, wenn es nicht funktionieren würde. Alles lief darauf hinaus, Schritt für Schritt das Rauchen zu reduzieren und dann ganz aufzuhören. Das tat ich dann auch, nicht ganz ohne Mithilfe von Nilson Kirchner, aber das ist eine andere Geschichte. Die Hustenanfälle und vor allem das Asthma hörten innerhalb von wenigen Wochen auf, mir ging es spürbar besser, aber ich wurde dicker und dicker und habe das eine oder andere Mal überlegt, vielleicht wegen der möglichen Gewichtsabnahme wieder mit dem Rauchen anzufangen.
[Geschmacksrichtung] Am Mariendorfer Damm hat vor kurzem ein Laden aufgemacht, wo die e-Zigarette angeboten wird. Der Laden wirbt damit, dass es möglich ist, eine kostenlose Probe zu machen. Viele Leute, erklärte mir die Verkäuferin, dachten, die könnte dann etwas mit nach Hause nehmen. Das aber geht nicht. Die e-Zigarette fühlt sich an wie früher ein Füller und sieht auch ganz ähnlich aus. Auf der einen Seite ist der Akku, der gebraucht wird für die Verdampfung (2). In der Mitte ist eine Art Patrone mit der nikotinhaltigen Verdampfungsflüssigkeit. Und dann am anderen Ende eine Mundspitze. Und vor allem ist es wichtig, eine Taste zu drücken, um den Verdampfungsvorgang auszuführen. Das Ganze gibt es in verschiedenen Farben, Nikotinstärken und Geschmacksrichtungen. Das hört sich jetzt etwas kompliziert an, ist aber innerhalb von einer halben Stunde ganz leicht zu begreifen. Und jetzt bin ich am Überlegen, ob ich wieder mit dem Rauchen anfangen soll, da die e-Zigarette deutlich weniger Schadstoffe hat. Aber darüber schreibe ich ausführlicher ein anderes Mal.
Berlin, 18.03.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] Chimney of Ekibastuz GRES-2 Power Station in Kazakhstan, Quelle: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:GRES-2.jpg
[Anmerkungen]
[1] Die Leute gucken mich immer so erstaunt an, wenn ich diese Zahl sage. Dabei ist die Rechung ganz einfach: Ich habe am Tag etwa 20 Zigaretten geraucht, über 25 Jahre hinweg. Daraus ergibt sich die einfache Rechnung: 20 Zigaretten x 365 Tage x 25 Jahre = 182.500 Zigaretten.
[2] Der Akku kann am Laptop mit einem Kabel am USB-Anschluss aufgeladen werden.
Auf dem Traumschiff zum Kinderwunsch - Eizellspende in Tschechien
[Klischee] Es wäre übertrieben zu sagen, dass meine Mutter ein Rosamunde Pilcher-Fan ist. Es ist aber sehr wohl richtig, dass, wenn im Fernsehen ein Rosamunde Pilcher-Film gesendet wird, sie sich diesen ansieht. Notgedrungen war ich jetzt ein paar Mal Zeuge dieser Sendungen. Auffällig an diesen Sendungen ist, dass die Akteure teure Benzinschleudern fahren, in Schlössern wohnen, vornehm Essen gehen und ausgefallene Hobbys frönen. Die umgebende Landschaft ist schön und meistens an der Küste gelegen, Industrieviertel und dreckige Städte werden ausgeblendet. Und trotzdem ist die Handlung problemverhangen, wobei es dabei in der Regel um Luxusprobleme geht und auch ein Happy End feststeht. Beispiele für Luxusprobleme sind anstehende Erbschaften, Heiratsschwindler, verschwiegene Kinder, Vermögensprobleme, Zwangsversteigerungen und so weiter. Dabei geht es in den meisten Fällen um heterosexuelle Liebe, Sehnsüchte und Schwärmereien, Monogamie, Seitensprünge und Eifersucht. Das Happy End besteht meistens darin, dass Er und Sie am Ende doch zusammen kommen, heiraten und – so sie duggestive Versprechung – alles für immer gut wird. Ob das wirklich stimmt, kann keiner überprüfen, weil der Film ja dann immer zu Ende ist.
[Wunschträume] Daran musste ich denken, als ich mich mit dem Thema Eizellenspende befasste. Aber jetzt, beim Nachdenken, wird mir klar, dass es doch eine Traumschiff-Folge war, bei der eine Frau mit Kinderwunsch ihr Baby von ihrer Schwester austragen ließ – und es gab jede Menge Verwicklungen wegen den auf dem Bauch gebundenen Kissen. Es ist durchaus vorstellbar, dass Frauen ohne Komplikationen schwanger werden können, aber aufgrund von Erkrankungen oder des fortgeschrittenen Alters nicht dazu in der Lage sind. Hier hat die Medizin schon seit vielen Jahren die Möglichkeit einer Eizellspende (allogne Eizelltransplantation) entwickelt und erfolgreich angewandt. Das Problem ist nur: In Deutschland wird die Übertragung einer Eizelle auf eine andere Frau auf Grund des Embryonenschutzgesetzes von 1990 mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bedroht. Wegen dieser Strafandrohung in Deutschland wird sich deshalb kaum ein Arzt finden, der einer Frau auf diesem Wege zum Kind hilft.
[Lösungen] Aber wie immer, wenn etwas in Deutschland mit Strafandrohung unterbunden werden soll, gibt es Alternativen. In vielen Ländern der Europäischen Union, darunter Tschechien, gibt es diese Hürden nicht und der Kinderwunsch kann unter medizinischer Aufsicht in qualifizierten Kliniken auf dem Wege der In-Vitro-Fertilisation (IVF) erfüllt werden. Das Traumschiff zum eigenen Kind nimmt also den Weg über Elbe und Moldau nach Tschechien und (vielleicht) auch in die Goldene Stadt Prag.
Berlin, 18.03.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Vltava2.jpg,
Boats on the Vltava River in Prague. In the distance - The Prague's Castle
Author: Mohylek 17:21, 17 November 2006 (UTC)
Trau! Schau! wem?
[Rettung] Zum Glück konnte sie noch bis zur Wohnungstür robben und durch Stockschläge an die Wohnungstür auf sich aufmerksam machen. Eine Nachbarin alarmierte die Feuerwehr und die fackelten nicht lange, brachen entschlossen die Tür auf und verfrachteten meine Mutter in die Notaufnahme des nahegelegenen Krankenhauses. Der Schaden an der Tür wäre vielleicht nicht so groß gewesen, wenn sie sich nicht aus alter Gewohnheit eingeschlossen hätte. Gerade ältere Menschen haben ja häufig ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis. In der Tür klaffte ein großes Loch, und schließen ließ sie sich auch nicht mehr, nur noch abschließen, aber das war ja nach dieser Erfahrung nicht mehr so erwünscht.
Noch während meine Mutter im Krankenhaus war, kümmerten wir uns um die Reparatur. Die Haftpflichtversicherung wurde informiert, die Handwerker kamen und begutachteten den Schaden, schreiben Kostenvoranschläge. Dann wurde eine neue Tür eingesetzt, die alte deformierte kam auf den Müll und ein paar Tage später kam auch der Maler. Er musste noch ein zweites Mal kommen, denn ein Anstrich reichte nicht. Mit großem Interesse ließ sich unsere Mutter vom Krankenhaus über den Fortgang der Ereignisse informieren, die Sorge um die Tür war ihr fast wichtiger als die Sorge um ihre Gesundheit. Fünf Wochen nach dem Unfall und zwei Wochen nach Fertigstellung der Tür schickte die Allianz-Versicherung dann einen Gutachter, der sich wunderte, dass die Tür schon repariert war.
[Regulierung] Entgegen der Zusage des Versicherungsmaklers Horst Spranger, es würde alles zwischen der Versicherung und der Wohnungsverwaltung reguliert - kam dann ein Schreiben der Allianz-Versicherung aus München, dass eine Regulierung des Schadens abgelehnt werde, weil die defekte Tür ja entsorgt sei und deshalb der Schaden nicht mehr beweisbar. Jedenfalls saßen wir – mein Bruder, meine Mutter und ich – einige Tage nach diesem Schreiben im Wohnzimmer und berieten die Lage. Selbstverständlich wird die Versicherung zahlen – aber das ist ein anderes Thema. Unsere Mutter jedenfalls war in heller Aufregung, weil sei befürchtete, dass nun noch die Kosten für die Reparatur der Tür auf sie zukommen würde.
[Rendite] Das eben sei das neue Geschäftsmodell, fassten wir die Vorgänge zusammen. Es gehe den Versicherungen darum, Kunden zu gewinnen, diese mit zahlreichen Versprechungen anzulocken, die Geschäftsbilanz gut aussehen zu lassen. Wenn es denn aber um Leistungen geht, ändert sich das Bild fundamental: Die Konzerne wimmeln ab, suchen Ausflüchte, bestreiten Tatsachen, verneinen Ansprüche, bedauern mitteilen zu müssen und weiteres mehr.
Nun werde ich auf ein Angebot einer Krankenversicherung aufmerksam gemacht – die TK Dividende –, die damit Werbung macht, dass sie an neue Mitglieder eine Dividende in Höhe von 10 € pro Monat im Zeitraum von Mai bis Dezember 2013, also maximal 80 € ausschüttet. Bevor ich darauf anspringe, würde ich den Ratschlag erteilen, genauestens unter die Lupe zu nehmen, was insgesamt und langfristig tatsächlich zu zahlen ist, was genau geleistet wird und vor allem, was unabhängige Tester wie etwa die Stiftung Warentest zu solchen Angeboten sagen. Einfach vertrauen würde ich auch dieser Versicherng nicht.
Berlin, 07.03.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Broken_Doors_Junk_Pile_Talpiot.jpg
[Überschrift] Trau! Schau! wem? ist ein geflügeltes Wort, über dessen Herkunft beispielsweise Wikipedia Auskunft gibt
b
Doppelt ökologisch
[Styling] Seit einiger Zeit wohne ich wieder in Mariendorf. Ich habe Quartier in der Wohnung meiner Mutter bezogen – weil sie jetzt meine Unterstützung braucht. Mit den Haushalten älterer Menschen ist das so eine Sache. Der Einrichtungsstil entspricht dem Geschmack meiner Eltern – und nicht dem meinen. Und ein großer Teil der Dinge wurde vor mehreren Jahren angeschafft, und so sehen sie auch aus. Die Dinge atmen gefühlt den Zeitgeist der 70er oder 80er Jahre, aber wahrscheinlich sind sie jünger. Es wurde eben das gekauft, was es damals in den Läden gab. Und wenn es mal einen Haushalt aufzulösen galt, dann wurde eben genommen, was als nützlich angesehen wurde. Ein Bewusstsein dafür, wie ein Haushalt gestylt werden könnte, gab es damals zwar schon, aber nicht bei meinen Eltern.
[Stromsparen] Und auch mit dem ökologischen Bewusstsein ist das so eine Sache. Die einzige LED-Lampe, die es in diesem Mariendorfer Haushalt gibt, ist die, die ich vor einem Monat angeschafft habe. Zwar sind verschiedentlich hier und da einmal Glühbirnen ausgefallen, doch meisten an Leuchtern mit mehreren Glühbirnen und es gab immer noch die eine oder andere Ersatzbirne. Deshalb hatte ich mit meinem Hinweis auf stromsparende LED-Lampen immer schlechte Karten: Das lohnt doch nicht!, musste ich mir anhören. Oder: Das ist doch viel zu teuer!, oder: Ich werde doch nicht wegen einer kaputten Glühbirne alle auswechseln! Denn wenn, dann muss das einheitlich aussehen! Jetzt ist in der Küche eine Beleuchtung von einem Oberschrank ausgefallen. Ich erkundigte mich beim Elektrogeschäft und sah, dass diese Röhre in die Energieeffizienzklasse G eingeordnet ist. An dieser Stelle werde ich höchstpersönlich intervenieren und höchstpersönlich eine LED-Lichtleiste anschaffen und anmontieren.
[Gasanschluss] Mit meinem eigenen Haushalt werde ich in Kürze auch umziehen, und zwar in eine Genossenschaftswohnung. Dort gibt es nicht nur sehr ökologischen Strom aus einer Blockheizkraftwerksanlage, sondern in der Küche ist auch ein Gasanschluss vorhanden. Wenn ich diesen Anschluss anmelde, habe ich die Möglichkeit, Erdgas von wemio zu beziehen. Dieser Anbieter verspricht, für jeden Gaskunden eine Waldaktie zu erwerben. Mit dem Geld werden im Landesforst Mecklenburg-Vorpommern neue Wälder angelegt, also genau dort, wo ich häufig hinfahre, wenn ich mal raus aus der Stadt will. Also das ist dann doppelt ökologisch.
Berlin, 25.02.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] Große Wünnow bei Röbel, Region Müritz, Quelle: WikiCommons
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:R%C3%B6bel_Gro%C3%9Fe_W%C3%BCnnow_2.jpg?uselang=de
Auferstanden aus Ruinen
[Verfallen] In der Phase, in der ich mich überwiegend damit beschäftigt habe, ausgeleerte Bierdosen in Richtung Papierkorb zu werfen, hatte ich keine Zeit – und auch kein Interesse – mich um meine Zähne zu kümmern. Als das dann vorbei war, begannen die Aufräumarbeiten, und die waren umfangreich. Vor allem brauchte ich eine gute Zahnärztin, und als ich die dann fand – nach einigen Empfehlungen – war ich gut anderthalb Jahre wenigstens einmal bei ihr – und es gab immer was zu tun. Das Ergebnis dieser Bemühungen konnte sich sehen lassen: Mein Gebiss war wieder einigermaßen in Ordnung – und auch nicht mehr überwiegend braun, sondern tendenziell weiß. Dass es eine gute Zahnärztin ist, erkenne ich daran, dass es bei meinen regelmäßigen halbjährlichen Besuchen nur selten Reparaturarbeiten gibt.
[Verglichen] Etwas anderes war es mit meiner Zahnlücke unten. Wir diskutierten verschiedene Optionen, damit umzugehen, und eines Tages schickte mich meine Zahnärztin zu einem Gutachter, der sich die Sache mal ansehen sollte. Nun stand aber statt eines Zahnarztes ein Cowboy vor wir: Mit Stiefeln, Jeans, Riemenschnalle, Karo-Hemd, Weste und Hut – eben der ganze Wichs. Darauf angesprochen knurrte er nur: Ich gucke mir das doch nur an – ich behandele Sie doch nicht. Am Ende des Gesprächs war ich sehr zufrieden, denn mir war klar, dass ich das Problem kieferorthopädisch richten wollte. Das war weder die preisgünstigste noch die schnellste Variante, aber doch die schonendste.
[Verdrahtet] Der Kieferorthopäde, den mir meine Zahnärztin empfahl, murmelte etwas von 1.800 Euro und einem Jahr Zahnspange. Wochen später, die Geschäfte liefen gerade gut, schmiss ich ihm ein Bündel mit den Geldscheinen auf den Tisch und die Behandlung begann. Ich bekam sogar Rabatt dafür, dass ich die ganze Summe im Voraus zahlte. Das Ergebnis war wirklich eindrucksvoll: Die Lücke war weg und sogar meine Zahnärztin staunte. Nur an den feinen Draht, der hinter meinen Zähnen verklebt wurde, habe ich mich bis heute noch nicht so richtig gewöhnt.
[Versäumt] Im nächsten halben Jahr würde wieder eine kleine Behandlung anstehen, sagte meine Zahnärztin bei meinem letzten Besuch. Sie würde dann wieder einen Heil- und Kostenplan aufstellen und das meiste werde ich wohl wieder selbst bezahlen können. Zum Glück gibt es ja seit einiger Zeit den Zahnarzt Preisvergleich, der mir die Möglichkeit eröffnet, höchstpersönlich zu checken, ob das in Ordnung geht. Trotzdem gibt es in Sachen Zähne noch ein ziemliches Defizit in meinem Leben. Das betrifft das Thema Putzen. Aber davon ein anderes mal.
Berlin, 25.02.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] Bundesbildarchiv in WikiCommons
http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bundesarchiv_Bild_183-D0817-0005-001,_Jagow,_Behandlung_in_der_Dorfpraxis.jpg?uselang=de
Original Bildunterschrift:
Jagow, Behandlung in der Dorfpraxis
Zentralbild Franke 17.8.1965 Volkswahl 1965 Landambulatorium Jagow im Kreis Straßburg Bezirk Neubrandenburg Mit Unterstützung des Staates und durch die vorbildliche Einsatzbereitschaft des Kollektivs der Mitarbeiter, konnte die gesundheitliche Betreuung der Landbevölkerung der Gemeinde Jagow wesentlich verbessert werden. Zahnarzt Arnim Merthers und seine Helferin Käthe Vohs befreien, Elsbeth Meahler aus der Feldbaubrigade der LPG "Freide Erde" von ihren Zahnschmerzen. (unser Bild).
Segelgeschichten am Kamin
[Anschluss] Es war meine damalige Freundin, die mich überzeugte, nun doch in einen Segelverein einzutreten. In den Jahren davor hatte ich es immer erst im Juli oder August geschafft, mein Boot ins Wasser zu bringen, und entsprechend kurz fiel die Saison aus. Denn spätestens im Oktober war es vorbei mit der Gemütlichkeit auf dem Wasser. In Frage kam nur der Osten der Stadt, denn mit den Schicki-Micki-Yachtclubs vom Wannsee wollte ich nichts zu tun haben. Damals waren erst einige der Vereine überhaupt im Internet vertreten, und zu Hause vor dem PC studierte ich die Seiten. Die Wassersportvereinigung am Langen See hatte es mir angetan. Das war verkehrsmäßig gut erreichbar und die Preise waren moderat. Als wir im Sommer vorsprachen – mit unserem Boot waren wir noch auf der Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs – gefiel uns auf Anhieb das bewaldete Gelände und die vielen kleinen Segelkabinen.
[Abriss] Als wir dann mit unserem Boot im späten September erstmalig anlegten war es schon kühl und früh dunkel. So lernten wir bald die Vorzüge der Messe – das war die Bezeichnung für den Gemeinschaftsraum – kennen. An zentraler Stelle stand ein großer, wuchtiger Kamin, der eine wohlige Wärme verbreitete, wenn er denn einige Stunden vorher angeheizt wurde. Erst später bekamen wir mit, dass dies eine Arbeit war, die meist Herbert im Hintergrund erledigte. Kaum war ich Mitglied im Verein, ging es los mit wichtigen Modernisierungen. Die neue Steganlage war gerade ein Jahr lang fertig, und nun sollten die alten Plumpsklos durch einen modernen Sanitärcontainer ersetzt werden. Zu meinem ersten Arbeitseinsatz im Verein gehörte die Aufgabe, mit einem Bohrhammer die alte gemauerte Plumpskloanlage einzureißen.
[Anschaffung] Es gab auch keine Mehrzeit dafür, das von den Vereinsmitteln zu finanzieren. Reparaturen an der Slipanlage wurden als vordringlicher angesehen – und das war auch nicht von der Hand zu weisen. Zum Glück gab es findige Vereinsmitglieder, die dann beschlossen, das privat zu finanzieren. Viele beteiligten sich daran und schlussendlich wurde doch ein neuer Kamin - wohl ein Kaminofen von Cera-Design - eingebaut. Die Dispute um den Ofen sind inzwischen in Vergessenheit geraten, und wenn sich die Vereinsmitglieder zum winterlichen Klönsnack versammeln, freuen sich alle über die Wärme des Ofens und das lodernde Feuer.
Berlin, 25.02.2013
Stefan Schneider
[Abbildung] http://www.cera-kaminofen.de/de/img/rondotherm/content_02.png
Foto Leinwand günstig
Das Internet macht‘s möglich. Aber nicht nur das Internet hat dazu beigetragen, dass inzwischen eine Foto Leinwand günstig erworben werden kann. Die Digitalisierung der Fotoindustrie hat ebenfalls ihren Anteil daran. So ist eine Fotoleinwand zu einer individuellen Gestaltungsmöglichkeit in den Wohnungen oder Häusern aufgestiegen.
Bestellung
Das Speichern von Fotos auf dem Computer, die digitale Bearbeitung eines Fotos, das Hochladen und Versenden in kürzester Zeit per E-Mail haben die Kosten für eine Foto Leinwand günstig werden lassen. Auf die Pixelanzahl pro Zentimeter ist zu achten, damit die Qualität der Bildwiedergabe optimal ist. Die Verwendung einer Leinwand wirkt sich ebenfalls günstig auf die Kosten aus. Natürlich ist die Ausführung der Leinwand wichtig. So ist eine Mischung des Gewebes zu empfehlen, die mindestens 50 Prozent Baumwolle beinhaltet. Das Gewicht pro Quadratmeter sollte den Wert von 350 bis 500 Gramm nicht über- oder unterschreiten.
Verwendung eines Rahmens
Wer seine Foto Leinwand günstig erwerben will, kann bei der Bestellung einen Bausatz für seinen Rahmen wählen. Das bedeutet dann, dass jeder seinen Rahmen selber zusammensetzen muss und die Leinwand aufziehen muss. Das erfordert ein bisschen handwerkliches Können. Wer da auf Nummer sicher gehen will, wählt eine komplett zusammengebaute Lieferung. Günstig wirkt sich auch die Verwendung von Holz als Material für den Rahmen aus. Beliebt sind Schattenfugenrahmen.
Andere Faktoren
Wer seine Fotos zu Leinwand bringen und günstig erwerben will, sollte trotzdem auf Qualität achten. Es gibt verschiedene Sorten an Leinwand von matt bis glänzend. Eine matte Oberfläche hat den Vorteil einer geringen Lichtreflexion. Das ist wichtig, wenn ein Strahler direkt auf die Leinwand gerichtet ist. Auch die Oberflächenstruktur ist zu beachten: eine mittlere bis feine Struktur ist bei einem Fotodruck angebracht. Dann kommt es noch auf die Beschichtung des Fotos an. Damit es bei Lichteinfall nicht zu schnell verblasst, wird eine Spezialbeschichtung aufgebracht. Ein spezieller UV-Filter ist ebenfalls von Vorteil. Trotzdem sollte die Beschichtung ohne Lösungsmittel sein, um keine Gesundheitsschädigungen hervorzurufen. Weniger relevant ist die Entscheidung für Farb- oder Schwarz-Weiß-Druck auf die Qualität des Druckes.
Abbildung: This image was originally posted to Flickr by geishaboy500 at http://flickr.com/photos/49503154413@N01/4524928173. It was reviewed on 24. März 2012 by the FlickreviewR robot and was confirmed to be licensed under the terms of the cc-by-2.0.; http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Leeks_and_Thyme.jpg?uselang=de
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