"Na, du alter Berber"

Beschreibung der Spurensuche zum Begriff "Berber".

Ein Werkstattbericht von Hannes KIEBEL.

 

Beim Leben und Überleben auf der Straße ereignet sich der Begriff BERBER wie etwas, das in ihm denkt, ohne daß er davon weiß, als ein Mythos, der vor aller Wahrnehmung und allem Denken Besitz ergriffen hat. Und es geschieht das Erlebnis des Sieges der Phantasiewelt über die Realität; dieses Erlebnis hat mich nie mehr losgelassen.

1. Mein Leitmotiv vor Augen, die jahrelange Spurensuche überblickend: es war wohl im Herbst 1970, als ich zum ersten Mal das Wort BERBER hörte. Für das Kreisjugendamt L. im Spessart hatte ich Klaus Sch., "entmündigt", 29 Jahre alt, mehrfach aus sozialen Einrichtungen "entwichen", zum Zwecke der sozialen Rehabilitation in die Arbeiterkolonie Schernau in der Pfalz "verbracht". Bei der Ankunft auf der Kolonie wurde Klaus Sch. von einigen Männern, die ihn als Landstreicher kannten, freundlich begrüßt mit »Na, du alter Berber«. - Ich nahm wahr, daß Landstreicher, die sich kennen, als BERBER gelten. [Literatur- und Fundstellen]

2. Im Sommer 1980 fragten Stuttgarter Kollegen von der "Berber-Initiative" an, ob ich zu der Herkunft des Begriffes BERBER etwas sagen könne. Ich konnte es nicht. Im September 1980 erschien in Stuttgart das Blatt DER BERBER, zu dem Ernst Klee wertete: "Ungelenk und gespickt mit orthographischen Fehlern berichtet die Stadtstreicher-Streitschrift von jenen, die allnächtlich ihr "Biwak" im Freien suchen müssen. Daß niemand gegen das Absacken in den sozialen Untergrund gefeit ist, zeigt eine Todesanzeige für den einzigen Sohn des damaligen Generalbundesanwalts: »Der 26jährige Hans Peter ... lebte in letzter Zeit ebenso wie ihr auf der Straße.« - Von der Streitschrift DER BERBER gab es bis Mai 1981 vier Ausgaben.

3. Mit Blick auf ein neues Selbstwertgefühl veranstaltete die Berber-Initiative am 12. und 13. September 1981 in Stuttgart einen bundesweiten Berber-Kongreß unter dem Schirmsatz »Allein machen sie dich ein, und gemeinsam sind wir unausstehlich«. Im Vorfeld des Berber-Kongresses schrieb der Journalist "hb" (das ist: Heinz Beekmanns) in der Stuttgarter Zeitung den Artikel "Warum Berber?", aus dem ich zitiere:

»Die Brockhaus-Enzyklopädie sagt unter dem Stichwort "Berber" folgendes: Sammelname für die mit den semitischen Arabern in N-Afrika zusammenwohnenden hamitischen Stämme, etwa 6-7 Millionen; sie sind Reste einer in vorgeschichtlicher Zeit aus dem Ostmittelmeerraum eingewanderten Altschicht vorwiegend europid-mediterraner Rasse. - Weiter ist aus dem Brockhaus zu erfahren, daß die Berber vor allem in Marokko und Algerien in größeren geschlossenen Gebieten ihre Kultur und Sprache bewahrt haben. Unter den Berbern gibt es Nomaden, Halbseßhafte und Ackerbauern. Ein stolzes Volk sind die Berber, ein freiheitsliebendes Volk, nicht zuletzt haben sie das beispielsweise im Kampf gegen die französische Kolonialherrschaft in Algerien bewiesen.

Warum nun nennen sich ausgerechnet jene, die wir gemeinhin am Rande unserer Gesellschaft ansiedeln, ebenfalls "Berber"? Die Adaption des Namens ist keine der jüngsten Vergangenheit, sie liegt Jahrzehnte zurück. Zur Geschichte: in den fünfziger Jahren gab es noch zahlreiche Gelegenheitsarbeiter, weil es noch Gelegenheitsarbeiten gab. Auf dem Bau, in der Land- und Forstwirtschaft - Arbeiten, bei denen nach festem Wohnsitz und Steuerkarte oft nicht gefragt wurde. Nichtseßhafte waren das damals, die solche Arbeiten übernahmen; Nichtseßhafte, die nach Tagen oder Wochen weiterzogen: Leute, die ihren Lebensunterhalt selbst verdienten, nicht dem Sozialamt zur Last fielen,. dies bewußt nicht wollten. Diese Leute nannten sich "Berber".

Ein Sprung in die Mitte der sechziger Jahre: wirtschaftliche Rezession, die Arbeitsplätze werden knapper. Die Gelegenheitsarbeiter aus den fünfziger Jahren werden von der Sozialhilfe "aufgefangen". Aber so mancher will diese Hilfe nicht, schläft auch lieber im Freien, als in staatlichen Notunterkünften "verwaltet" zu werden. Der Gedanke der Selbsthilfe gewinnt vor allem in jüngster Zeit an Bedeutung, findet Anhänger unter den Betroffenen. "Da baut sich ein neues Selbstbewußtsein auf", erklären Kenner der Szene; ein Selbstbewußtsein, das auf staatliche Unterstützung weitgehend verzichten will, das für den Weg zur Selbsthilfe allenfalls Starthilfe will. "Berber" - eine Bewegung innerhalb der Nichtseßhaften-Szene, nicht mehr. Und: Nicht jeder Nichtseßhafte ist ein "Berber".«

Soufflierend konnte ich die Auffassung von Heinz Beekmanns unterstützen: es war eine Kost für alle, für alle verständlich. [Literatur- und Fundstellen]

4. Die Deutsche Presse-Agentur in Hamburg erwähnte 1984 in einem dpa-Hintergrundbericht zu »Die Situation der Nichtseßhaften in der Bundesrepublik« unter anderem "Landstreicher - Penner - Berber": »Medien und Bevölkerung verwenden unterschiedliche Ausdrücke für Nichtseßhafte. Neben dieser offiziellen Bezeichnung taucht häufig der undifferenzierte Ausdruck Obdachlose auf. Gängige Begriffe sind Land-/ Stadtstreicher und Tippelbruder, darüber hinaus Penner, seltener Berber. Letzterer ist ein Begriff, der von Betroffenen selbst mit einem gewissen Stolz gebraucht wird. ... Der Berber, abgeleitet wohl von den nordafrikanischen Nomaden, versteht sich noch am ehesten aus der Tradition der "Monarchen", unabhängige Selbstversorger, die sich durch Gelegenheitsarbeiten über Wasser hielten und auf soziale Hilfestellungen verzichteten.« [Literatur- und Fundstellen]

5. Zur Ausstellung "Wohnsitz: Nirgendwo" war 1982 ein umfangreicher und fachkundiger Katalog erschienen, in dem auch ein Teil des Lebensberichts von Harry Domela abgedruckt ist. - 1985 konnte ich das Buch von Harry Domela "Der falsche Prinz", erschienen 1927 im Berliner Malik-Verlag, in einem Antiquariat erwerben.

Harry Domela schrieb seine Lebensgeschichte 1927 in Köln, in der Untersuchungshaft; einige Monate später veröffentlichte der Berliner Malik-Verlag die spektakulären Abenteuer des baltischen Landstreichers, der für einen der größten Skandale der Weimarer Republik sorgte. - Harry Domela, geboren 1904, Sohn eines Müllers und Landwirts aus Grusche/ Lettland, wird durch den ersten Weltkrieg aus einem deutsch-baltischen Elternhaus herausgerissen und in ein Kinderasyl gesteckt; er kämpft als Vierzehnjähriger 1918 für die baltischen Barone gegen die Letten, wird dafür aus seiner Heimat ausgewiesen und zieht als ungelernter Saisonarbeiter fast zwölf Jahre durch mehrere Städte Deutschlands. Alle Versuche, durch Arbeit zu einem gewissen Wohlleben zu kommen, scheitern, da er staatenlos und ohne Paß ist. So werden die Straße, das Obdachlosenasyl und das Gefängnis sein eigentliches Zuhause, Hunger, Kälte und Einsamkeit seine ständigen Begleiter. In dieser ausweglosen Situation wagt er das ganz große Spiel: er erhebt sich in den Adelsstand. 1926 wird aus dem arbeitslosen Stadtstreicher Harry Domela ein "Prinz von Preußen", Sohn des ehemaligen Kronprinzen. Mit dem Fatalismus des Spielers nimmt Harry Domela die "neue Rolle" an und präsentiert sich an vielen Orten "seinem Volke". Die große Welt fühlt sich geschmeichelt, vor einem Preußenprinzen dienern zu dürfen.

In der Tat, eine spannende, hintersinnige Geschichte, die Harry Domela in der Gefängnishaft wegen Hochstapelei in Köln aufgeschrieben hat. Nach dem Lesen des Buches begann für mich eine Zeit der bewahrenden, nicht besserwisserisch liquidierenden Entmystifizierung des Mythos "BERBER" -, ja, so läßt sich meine weitere Spurensuche umschreiben.

Anfang der 1920er Jahre lief Harry Domela in den Straßen Berlins umher, müde und zerschlagen, ohne Arbeit, ohne Obdach. Er kommt in das Gerichtsgefängnis Charlottenburg, in eine Zelle zu zwei anderen Gefangenen, die ihm erklärten, Kietz sei die Umgebung irgendeines Bahnhofes oder eines bestimmten Lokales. Zoo-Diele sei der Wartesaal vierter Klasse im Bahnhof Zoologischer Garten. - Nach der Entlassung ist seine Situation: »Ein Tag glich dem andern. Betteln, vagabundieren, essen, schlafen unter den primitivsten Verhältnissen, mitten im Trubel der Großstadt. Der Kietz war meine Welt. Ich spürte, wie allmählich diese Umgebung Macht über mich gewann. Ich begann mich treiben zu lassen, versank in die hoffnungslose, ungeistige, formlose Welt des Lumpenproletariats moderner Großstädte.« Und er leidet unsäglich: »Heute plagte mich wiederum maßloser Hunger. Tags zuvor hatte ich in einer Hotelküche zuletzt Essen erhalten; ein anderer "Berber" (Kietzgenossse) hatte mich darauf hingewiesen.«

Harry Domela erwähnt den Begriff BERBER noch an zwei weiteren Stellen. BERBER steht für Genosse in einem Kietz: der Genosse ist ohne Obdach, ohne Arbeit und schlägt sich bettelnd und vagabundierend, oft solidarisch unterstützt von anderen Kietz-Genossen, durch endlose Tage wie Nächte. [Literatur- und Fundstellen]

6. Meine Anfrage bei der Sprachberatungsstelle der Dudenredaktion in Mannheim führte zum "Illustrierten Lexikon der deutschen Umgangssprache in 8 Bänden" von Heinz Küpper. Im Band 1 von 1982 steht:

»Berber = m 1. alter Mann. Eigentlich Stammesangehöriger der nichtsemitischen Urbevölkerung West-Nordafrikas; Berber sind vielfach Bartträger, und ihre Gesichter sind von Sonne und Witterung stark zerfurcht. Halbw. 1955ff. - 2. Nichtseßhafter. Hergenommen vom Nomadenleben der Berberstämme. 1976ff. - 3. gewalttätiger Angehöriger der gesellschaftlichen Unterwelt; Schläger, der einen Fußgänger in eine tätliche Auseinandersetzung verwickelt und ihn von Taschendieben ausrauben läßt. siehe berbern, 1960ff. - 4. zeitarmer Berber = Mensch, der eine Verabredung nicht einhält. Jug. 1955ff.

berbern - müßiggehen; Untätigkeit bevorzugen. Beruht wahrscheinlich auf einem doppelten Mißverständnis: Die Berber halten aus klimabedingten Gründen eine lange Mittagsruhe. Nach deutschem Selbstverständnis ist Untätigkeit am hellichten Tag gleichbedeutend mit Arbeitsscheu, und diese wird als "asozial" = kriminell empfunden. (siehe Berber 3.). Das paßt wiederum zum kriegerischen Erscheinungsbild der Berberstämme (erwachsen aus der Selbstbehauptung gegen arabische Vorherrschaft seit dem 7. Jh.). 1960ff.« [Literatur- und Fundstellen]

Bereits 1970 gab es im Wörterbuch der deutschen Umgangssprache, Band VI, von Heinz Küpper neben "Berber" auch "berbern" im Sinne müßiggehen, "gammeln" mit Hinweis auf

7. Hubert Fichte: Die Palette. Roman 1968. An zwei Stellen äußert sich Hubert Fichte zu "berbern" im Sinne von "gammeln" und an neun Stellen zu "Berber". Als charakteristische Stelle führe ich an: »Immer mehr kommen und holen sich ihre Armenprelu. Der Blume von Saaron Geld reichte nicht aus, um jedem Rentner mit zwanzig Mark für einen Berber vom Hauptbahnhof auszuhelfen. Zum Schlafen kämen immer mehr.« - Ort der Handlungen ist Hamburg; die Palette ist eine Szenen-Kneipe. [Literatur- und Fundstellen ]

8. Bei einem meiner Antiquariatsbesuche stieß ich 1987 auf die Flugschrift von dem Jesuiten Bernhard Duhr: Großstadt-Elend und Rettung der Elendesten, von 1920. Überwiegend ist in der Schrift die Rede von der Heilsarmee in London; in einem einleitenden Kapitel zu Großstadt-Elend lese ich: »Da sind die vielen Tausende von vagierenden Knaben und Burschen, die Hunger, Not oder Leichtsinn in die Stadt getrieben und die nun wie in Berlin als "Päckeljungen" oder "Berber" die Bahnhöfe unsicher machen. Heimlos irren sie umher, aller Verführung preisgegeben, zu allen Verbrechen angelockt.« In einer Fußnote wies Bernhard Duhr auf Veröffentlichungen des Jesuiten Constantin Noppel hin, den ich von meinem Studium her als einen Mit-Macher bei Grundlagen zum "Reichsjugendwohlfahrtsgesetz" von 1924 erinnerte. [Literatur- und Fundstellen]

9. Constantin Noppel (1883-1945) hatte bereits 1914 die Leitung der katholischen Fürsorgearbeit für gefährdete und straffällige Jugendliche in Berlin übernommen (Jugendfürsorge und Jugendgerichtshilfe); er verantwortete ein katholisches Jugendschutzheim für erziehungsschwierige schulentlassene männliche Jugendliche und für "allein-erziehende Mütter". Die Not der Jugend und die Verpflichtung der Caritas, sie zu mindern - das war es, was Constantin Noppel in den Bann zog, wovon er sich persönlich gefordert spürte. - Im September 1919 veröffentlichte Constantin Noppel einen Fachaufsatz mit dem Titel "Berliner Berber", aus dem ich zitiere: »Was sind Berber, Berliner Berber? Bekannt ist das Wort Päckeljungen für die Knaben und Burschen, die sich zumal in der Kriegszeit an den Bahnhöfen unsrer Großstädte herumtrieben. Von den Jungen selbst habe ich aber in Berlin diese Bezeichnung nie gehört. Wenn sie sich nach ihrem Bahnhofhandwerk benennen wollten, dann sprachen sie von "Berbern". Das klingt für einen sechzehn- bis siebzehnjährigen Jungen auch viel besser als Päckeljunge.«

Nach dem Waffenstillstand des ersten Weltkriegs »setzte in Berlin eine ziemlich scharfe Kontrolle der Bahnhöfe, Absteigequartiere, sog. Pennen usw. ein. Namentlich die republikanische Sicherheitswehr auf den Bahnhöfen griff sehr schnell zu. Für die Ortsfremden und Wohnungslosen bedeutete dies gewöhnlich eine längere Schutzhaft, wobei in dem Trubel, der zeitweise auf dem Polizeipräsidium herrschte, wohl auch der und jener mal etliche Zeit vergessen wurde.« Tatkräftige Ideen der Hilfe, Schaffung eines Heims bei freiwilliger Aufnahme, Arbeitsbeschaffung für die "Berber" unter dem Grundsatz "Ein arbeitsfähiger Junge darf kein Almosen empfangen" kennzeichnen die Arbeit von Pater Noppel, der auch fordert »daß wir an unsrer Jugend selbst unter so schwierigen Verhältnissen wie jene unsrer Berber nicht verzweifeln dürfen.«

Mit Hilfe von Hans-Josef Wollasch in Freiburg i. Br., der 1983 zum 100. Geburtstag von P. Constantin Noppel die Schrift "Ein Kaufmannssohn aus Radolfzell als Pionier für Jugendpflege und Seelsorge" vorlegte, konnte ich im Juli 1992 das Archiv der Oberdeutschen Provinz der Jesuiten in München aufsuchen. In den Faszikeln "Ortsfremde Jugend" und "Berlin" konnte ich tiefe Eindrücke über das Wirken von Constantin Noppel in Berlin gewinnen; zum Begriff BERBER gab es keine neuen Erkenntnisse. [Literatur- und Fundstellen ]

10. Bei weiterer Spurensuche in Fachzeitschriften/-büchern las ich eine Fülle zu "Krieg und Jugendverwahrlosung/ Kriminalität". Die BERBER blieben mir verborgen. - Die Spur der Gepäckjungen habe ich gesichert durch den Aufsatz "Aufgaben und Organisation des Straßendienstes" des Arbeiter-Samariter-Bundes aus dem Jahre 1926: »Die geschichtliche Entwicklung des Straßendienstes liegt noch nicht weit zurück. Sein Vorläufer ist die Kinderschutzkommission der SPD gewesen, die versuchte, die Zeitungs- und Milchkinder zu erfassen. Dann begann man vor etwa 8 Jahren damit, die Gepäckjungen auf den Bahnhöfen fürsorgerisch zu bearbeiten und wurde in der Folge sehr bald auf die Bettelkinder aufmerksam.« Der Straßendienst hatte die Aufgabe, «der Gefährdung vorzubeugen, dort den jungen Menschen nachzugehen, wo das Elternhaus versagt, ihn auf seinen unsicheren Wegen zu beobachten und zu gegebener Zeit dazwischen zutreten.« [Literatur- und Fundstellen]

11. Der Geheime Ober-Justizrath W. Starke sprach im November 1880 über "Jugendliche Verbrecher in der Stadt Berlin" und erwähnte auch Londoner Verhältnisse: »Ragged schools - Schulen der Zerlumpten, so hießen Anfangs die Pflegestätten und Schulen für die von der Straße aufgelesenen Kinder der Armuth, denen man im Hinblick auf ihre Heimathlosigkeit im Volksmunde den Namen "Straßenaraber" oder "Straßenbeduinen" gegeben hatte.« - Ja, das war eine Spur in die richtige Richtung, meinte ich und recherchierte zu London. [Literatur- und Fundstellen]

12. Der Waisenhausdirektor Dr. Banardo wirbt in London seit Anfang der 1870er Jahre mit Portraitaufnahmen von seinen Zöglingen um karitative Spenden. »In den Photographien wird der verwahrloste Zustand bei der Neuaufnahme der anschließenden geregelten Lehrlingsausbildung in einer mustergültig ausgestatteten Heimwerkstatt gegenübergestellt.« - Im Stil sind die Bildreklamen für das Waisenhaus von Dr. Banardo den Genrephotographien von Otto Reyländer nachempfunden; besonders die Photographie "A Little Street Arab" überschwemmte den damaligen Zeitungsmarkt. [Literatur- und Fundstellen]

Ein weiteres, ansprechendes Bild fand ich bei Immanuel Friz, der das Leben und Wirken von Dr. Banardo würdigte: "Im ganzen aber läßt sich nachweisen, daß die in der Provinz gescheiterten Existenzen doch mit Sicherheit früher oder später nach London kommen: nach Monaten oder Jahren heimatlosen Wanderns erreichen diese kleinen Nomaden aus der Wüste der Verlassenheit schließlich die Hauptstadt; sie ist der Strudel, der langsam aber sicher die Schiffbrüchigen an sich zieht."

Nachdenklich halte ich inne: Straßenaraber, kleine Beduinen, verelendete Mädchen und Jungen als Nomaden aus der Wüste -, gibt es hier eine Gedanken-Brücke zu den "Berbern" in Berlin, von denen Constantin Noppel und Harry Domela berichten? [Literatur- und Fundstellen]

13. Zeitgleich zu einigen Spuren, die ich bereits schilderte, waren:

Anne Bohnenkamp und Frank Möbus hatten Ende der 1980er Jahre das Buch "Mit Gunst und Verlaub! Wandernde Handwerker: Tradition und Alternative" herausgegeben und in einem Glossar der Walzsprache "Berber: echter Landstreicher, der die Städte meidet" und "Landstreicher: Berber" erwähnt. Frank Möbus teilte mir 1991 mit, daß seine allerdings subjektive Vermutung ist, »daß dieses Wort nicht sehr alt ist. Zumindest denkbar ist aber, daß "Berber" ein Derivat des bei Georg Henisch: teutsche sprach vnd weißheit, thesaurus linguae et sapientiae germanicae, Augsburg 1616, S. 282, nachgewiesenen Verbes "berbelen" für plappern, unverständliche reden ist. Verlockend möglich, aber nicht überzeugend.«

Der frühere Landstreicher, mein lieber Freund Josef Marr aus Wallenhorst, machte mich im April 1992 in Osnabrück mit Dieter Keppel, geboren 1940, bekannt. Die Berberzeit von Dieter Keppel war vom 18. August 1955 bis zum 15. Januar 1985: er erinnere sich, daß er die Begrüßung »Na oder wie du alter Berber« oder »wie du alter Berber, lebst du auch noch« zuerst im Herbst 1969 in Mannheim und dann Heiligabend 1969 in Weilburg/ Lahn hörte. In der Folgezeit sei das Wort BERBER in seinen Sprachgebrauch übergegangen: Berber war der, der sich ein, zwei Tage in einer Stadt aufgehalten hat und dann weitergezogen ist zum nächsten oder anderen Ort. [Literatur- und Fundstellen]

14. Einigen Menschen hatte ich erzählt, daß ich meine Spurensicherung beenden und einen Werkstattbericht schreiben will. Ich überlegte, ob ich bei meinen über Jahre andauernden Erkundungen nicht voreilig bestimmten Perspektiven den Rücken gekehrt habe. Vollzieht man eine Wende, dann hat man das, was gerade noch vor Augen lag, im Rücken und sieht es nicht mehr. Mein einschlägiges Manöver bestand darin, daß ich den Begriff BERBER an den Ort zurückbrachte, wo er für mich passiert war: es war eindeutig Berlin. [Literatur- und Fundstellen]

15. Ich hatte noch eine Hand frei und wandte mich der Universitätsbibliothek Bochum zu. Mit Sinn für die Vielschichtigkeit des Themas schweifte mein Blick nochmals in einschlägige Fachzeitschriften. Nichts. Wie hinaus aus der Bredouille? Da die Geschichte viele Töne bereithält, - nun, ich fand einen Schlüssel zum Verständnis im Brandenburg-Berlinischen Wörterbuch, I. Band, von 1976: Berber ist die Bezeichnung für ein starkgebautes Arbeitspferd und kommt vor in Gransee (Altglobsow), Eberswalde (Klein Zietken) und Fürstenwalde (Erkner). Im übertragenen Sinne wird Berber gebraucht für "großer, derbgebauter Bursche", vor allem in Templin (Metzelthin). Ein weiterer Hinweis galt "Baks", ein Wort für "großer Bursche"; auch synonym für Lümmel, Backochse, Bambuse und Berber in der Bedeutung "grober, derber Bursche". -

Eine große Zufriedenheit stellte sich bei mir ein: in der Brandenburg-Berlinischen Raumschaft steht BERBER für »großer Bursche, der arbeiten kann wie ein Pferd«. Eine einfache Lösung, da mir andere Texte durchweg ein bißchen problematisch im interpretatorischen Überschuß erschienen waren. [Literatur- und Fundstellen]

16. Aber, da war noch ein Merkzettel zu einer Hörfunksendung des DeutschlandRadios Berlin von März 1994 zu "Schlafsack oder Fürstenbett. Berber und Millionäre in Baden-Baden" von Monika Köhn, in der Norbert feststellte (O-Ton): »Wie nennt man das jetzt - Berber? Oder? Dann bin ich ein Berber! (lacht) Ja, hoffentlich laufen nicht so viele Leute über mich drüber! (lacht)« Mag es so sein, ich beende meine Spurensuche und bilanziere: [Literatur- und Fundstellen]

17. Die BERBER selbst, so vermute ich, mögen das Theoretisieren nicht, das unnötige Erschweren der Sache durch abstrakte Begriffe. Die Wechselfälle der Geschichte, des Lebens haben sie nicht wehleidig, sondern überlebensklug gemacht. So gesehen beinhaltet der Begriff BERBER manche Ansichten, Überzeugungen, Erfahrungen und gilt als Schatz und Stolz, die wohlerworben sind, durch traurige und fröhliche Erlebnisse wieder und wieder bestätigt: Bastion in wilden Zeiten, innere Heimat. Er bietet alles, auch das Unvereinbare: grenzenlose Freiheit und engmaschige Sicherheit in einem: unter Umständen sogar den Anschub zu einer kommunikativen Installation.

18. Der geneigten Leserin/ dem geneigten Leser wollte ich mit diesem Werkstattbericht eine Art Wegweiser und Schaufenster für den Begriff BERBER geben. - Heute finden wir diesen Begriff in vielen Zusammenhängen, wie BERBER-Brief, BERBER-Sommer, BERBER-Kongreß, BERBER-Dorf, Berbersee, "Berber willkommen" und Berbertracht. Die Eigenbezeichnung BERBER half kräftig mit, vor allem im Alltagsgebrauch, das verleumderische Wort "nichtseßhaft" wegzutun. [Literatur- und Fundstellen ]

Hannes KIEBEL
Bochum  


Literatur- und Fundstellen-Verzeichnis, Anmerkungen

zu 1.
SCHERNAU: vormals Arbeiterkolonie, heute: Alten-, Pflege- und Übergangsheim in Martinshöhe/Pfalz, Bamsterhof. Träger: Pfälzer Arbeiterkolonie-Verein e.V.
DER BERBER (Stuttgart), Nr. 1 - September 1980, Nr. 2 - Dezember 1980, Nr. 3 - Februar 1981, Nr. 4 - Mai 1981.
KLEE, Ernst: Nichtseßhafte. Berber rebellieren. "Gemeinsam sind wir unausstehlich". In: Die Zeit (Hamburg), 26. Juni 1981.

zu 3.
KIEBEL, Hannes: "Allein machen sie dich ein und gemeinsam sind wir unausstehlich...!" Anmerkungen zum Ersten Stuttgarter Berberkongress am 12. und 13. September 1981. In: KüNSTLERHAUS BETHANIEN (Hrsg.): Wohnsitz: Nirgendwo. Berlin: Frölich & Kaufmann 1982, 427-438.
"hb" (Heinz BEEKMANNS): Warum Berber. In: Stuttgarter Zeitung (Stuttgart) Nr. 110, 14. Mai 1981. (Aus Stuttgart).
Siehe auch: MEHLIS, C.: Die Berberfrage. Mit drei in den Text gedruckten Abbildungen. Sonder-Abdruck aus dem "Archiv für Anthropologie". Braunschweig 1909, Neue Folge, Band VIII, Heft 4 .

zu 4.
DPA-Deutsche Presse-Agentur GmbH (Ha): Die Situation der Nichtseßhaften in der Republik. dpa-Hintergrund. Verantwortlich: Albrecht Nürnberger. Nr. 3109/3.5.1984. Hier: 5 und 6.

zu 5.
DOMELA, Harry: Heute sind wir zu zweit, da wird es nicht so schlimm. Aus: DOMELA: Harry: Der falsche Prinz. Berlin: Malik-Verlag 1927. In: KüNSTLERHAUS BETHANIEN (Hrsg.): Wohnsitz: Nirgendwo. Berlin: Frölich & Kaufmann 1982, 131-136.
DOMELA, Harry: Der falsche Prinz. Leben und Abenteuer von Harry Domela. Im Gefängnis zu Köln von ihm selbst aufgeschrieben, Januar bis Juni 1927. Berlin: Malik-Verlag 1927. (Fundstellen: 50, 54, 55, 56, 57, 75, 79). Insgesamt: 6 Auflagen mit 121 Tausend Exemplaren.
DOMELA, Harry: Der falsche Prinz. Mit einem Nachwort von Wieland Herzfelde. Königstein/Taunus: Verlag AutorenEdition im Athenäum Verlag 1979. (Fundstellen: wie in der Ausgabe von 1927).
DOMELA, Harry: Der falsche Prinz. Berlin/ Weimar: Aufbau Verlag 1983. (Fundstellen: 42, 46, 47, 48, 63, 66).

zu 6.
KüPPER, Heinz: Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache in 8 Bänden. Stuttgart: Ernst Klett 1982. Hier: Band 1, 346.
KüPPER, Heinz: Wörterbuch der deutschen Umgangssprache, Band VI, Jugenddeutsch von A - Z. Hamburg/ Düsseldorf: Claassen Verlag 1970, 72. Literatur-Hinweis zu Berber: alter Mann, Nacht Depesche (Berlin), vom 10. August 1967, und zu berbern: FICHTE, Hubert: Die Palette. Roman. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1968, 48.

zu 7.
FICHTE. Hubert: Die Palette. Roman. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag 1968. (Fundstelle: berbern - 48, 220; Berber - 66, 115/116, 168, 195, 240, 286, 360).
FICHTE, Hubert: Die Palette. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 1981 (1989). (Fundstellen: berbern - 48, 210; Berber - 64, 111, 161, 161/162, 187, 230, 273, 343).

zu 8.
DUHR, Bernhard S.J.: Großstadt-Elend und Rettung der Elendesten. Freiburg i. Br.: Herder 1920. (Flugschriften der "Stimmen der Zeit", 19. Heft), 4-5.

zu 9.
WOLLASCH, Hans-Josef: Ein Kaufmannssohn aus Radolfzell als Pionier für Jugendpflege und Seelsorge. Zum 100. Geburtstag von P. Constantin Nopppel SJ (1883-1945). In: HEGAU. Zeitschrift für Geschichte, Volkskunde und Naturgeschichte des Gebietes zwischen Rhein, Donau und Bodensee, 28/1983/Heft 40, 7-58.
NOPPEL, Constantin: Berliner Berber. In: JUGENDFüRSORGE. Mitteilungen der deutschen Zentrale für Jugendfürsorge (Berlin) 14/1919, 51 - 54.
NOPPEL, Constantin: Die Tätigkeit des Jugendhelfers in der Hauptverhandlung. In: ZENTRALBLATT für Vormundschaftswesen, Jugendgerichte und Fürsorgeerziehung (Berlin) 7/1915, 160-163.
NOPPEL, Constantin: Das caritative Jugendheim. In: ZEITSCHRIFT für kath. caritative Erziehungstätigkeit (Freiburg i.Br.) 7/1918/3-4, 17-28.
NOPPEL, Constantin: Die Not unserer kath. männlichen Jugend, insbesondere der ortsfremden, und die Aufgaben der Caritas. Das caritative Jugendheim. Freiburg i. Br.: Caritasverband für das katholische Deutschland 1918.
NOPPEL, Constantin: Neue Aufgaben der caritativen Erziehung. In: ZEITSCHRIFT für katholische caritative Erziehungstätigkeit (Freiburg i. Br.) 8/1919/Juni, 19-25.
NOPPEL, Constantin: Jugendzeit. Ein Beitrag zum Wiederaufbau Deutschlands. Freiburg i. Br.: Herder 1921 (Ergänzungshefte zu den Stimmen der Zeit. Erste Reihe: Kulturfragen, Heft 8).
DITTMER, Margarete: Wandernde Jugendliche. In: BERICHT über die zweite Tagung über Psychopathenfürsorge. Berlin 1921, 39-46.
JORNS, Auguste: Jugendliche Wanderer. In: RATGEBER für Jugendvereinigungen (Berlin) 11/1917, Heft 2/3.
DEHN, Günther: Berliner Jungen. In: Die INNERE MISSION im Evangelischen Deutschland (Berlin-Spandau) 7/1912, 97-104 .
SCHRöDER, Hugo: Wilde jugendliche Wanderer. In: SOZIALE PRAXIS und Archiv für Jugendwohlfahrt (Berlin, Leipzig) 33/1924, Nr. 44, Sp. 934-937; Fortsetzung in Nr. 45, Sp. 957-959; Schluß in Nr. 46, Sp. 979-981.

zu 10.
AUFGABEN UND ORGANISATION DES STRASSENDIENSTES. Nach einem Vortrag des Fürsorgers Thee, Berlin-Friedrichshain. In: Der ARBEITER-SAMARITER (Chemnitz) 17/1926, Heft 3, 42-43.

Über die ungünstige Einwirkung des Krieges und seiner Folgeerscheinungen vgl.:
HELLWIG: Krieg und Kriminalität der Jugendlichen. Halle 1916.
WITTIG: Die ethisch minderwertigen Jugendlichen und der Krieg. Langensalza 1918.
GOLIAS: Krieg und Jugendverwahrlosung. Leipzig 1919.
MOSES: Zum Problem der sozialen Familienverwahrlosung unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse im Kriege. Langensalza 1920.
WITTIA: Der Einfluß des Krieges und die Kriminalität der Jugend lichen. Langensalza 1920.
HELLWIG: Die bedingte Aussetzung der Strafvollstreckung in Preußen und im Reich nach den am 1. Juni 1922 geltenden Bestimmungen. Berlin 1922.

zu 11.
STARKE, W.: Jugendliche Verbrecher in der Stadt Berlin. Vortrag. Berlin: Julius Sittenfeld 1880, 17.

zu 12.
SCHMANDT, Peter: Armenhaus und Obdachlosenasyl in der englischen Graphik und Malerei (1830-1880). Marburg: Jonas Verlag 1991, 113-115.
FRIZ, Immanuel: Dr. Barnardo der Vater der "Niemandskinder". Ein Bild seines Lebens und Wirkens. Überarbeitet und mit einem Nachwort versehen von Ida Frohnmeyer. Basel: Verlag Friedrich Reinhardt 1949, 63.

zu 13.
BOHNENKAMP, Anne/ MöBUS, Frank (Hrsg.): Mit Gunst und Verlaub! Wandernde Handwerker: Tradition und Alternative. Göttingen: Wallstein Verlag 1989, 192, 201.
Schreiben Frank MöBUS, Göttingen, an Hannes Kiebel am 11. Februar 1991.
Notizen zum Gespräch Dieter Paul KEPPEL mit Hannes Kiebel am 20. April 1992 in Osnabrück.

zu 15.
BRANDENBURG-BERLINISCHES WöRTERBUCH. Hg. von Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig, Sprachwissenschaftliche Kommission. I. Band A - E, bearbeitet von Joachim Donath, Heinz Gebhardt, Gerhard Ising, Annemarie Wiese, Joachim Wiese. Berlin: Akademie-Verlag in Arbeitsgemeinschaft mit Karl-Wachholtz-Verlag, Neumünster 1976, 444 (Baks), 543 (Berber).

zu 16.
KöHN, Monika: Schlafsack oder Fürstenbett. Berber und Millionäre in Baden-Baden. Manuskript. DeutschlandRadio, Künstlerisches Wort, Feature, März 1994, 2.

zu 18.
BERBER-BRIEF: BB-Berber Brief, Redaktion: Hans Klunkelfuß, Mühldorf am Inn. Mehrere Ausgaben ab 1987.
BERBER-SOMMER: KARR, K.P./ WEHNER, Walter: Berbersommer. Kriminalgeschichten aus der Großstadt. Essen: A 4 Verlag 1992.
BERBER-KONGRESS: vgl. zu 2. und 3.; dann: Kongreß der Kunden, Berber, Obdach- und Besitzlosen vom 19. bis 22. Juni 1991 in Uelzen. - "Die Ossis halten doch nur die Hand auf". 200 Obdach- und Besitzlose trafen sich zum "Berberkongreß" in Uelzen. In: die tageszeitung, 25. Juni 1991. - TRAPPMANN, Klaus: Generalstreik ein Leben lang. Vagabunden, Berber, Obdachlose. Hörfunksendung des Westdeutschen Rundfunks am 13. Oktober 1991 (WDR 3).
BERBER-DORF: Dieses "Dorf" ist eine diakonische Einrichtung mit starken Selbsthilfe/-verwaltungselementen in Esslingen. Eine Information gab der Fernsehfilm von Juliane ENDRES "Ein Dach über dem Leben. Von Bürgern, Berbern und Pastoren" am 6. August 1994 in Südwest 3.
BERBERSEE. "Catwiesel der Landstreicher" (das ist: Hans-Joachim Roßmann) erwähnte am 15. Juli 1994 anläßlich einer Lesung in Berlin den Sander See, wo sich gelegentlich die Berber treffen, "die echten, die alten Füchse der Landstraße". - Vgl. CATWIESEL: Da, wo Träume ihre Freiheit haben!, in: CATWIESEL'S ERZäHLUNGEN. Die Freiheit der Steine. Ahlhorn: Rüdiger Gehrmann, 2. Auflage 1994, 34-35
BERBER WILLKOMMEN. Diese Einladungsworte sind die Überschrift zu einem Beitrag von Amely WEITNAUER in caritas aktuell, Nr. 3/ August 1994, 6-7. Im Beitrage selbst kommt BERBER nicht vor, sondern die Begriffe "Nichtseßhafte" und "Penner".
BERBERTRACHT. Der Bötzinger Abgeordnete Ulrich Brinkmann zog als Berber durchs Land, in Berbertracht und mit Tarnungsbart. "Wenn ein Sozialdemokrat zu Testzwecken Platte macht". In: Badische Zeitung (Freiburg i. Br.) Nr. 191, 19. August 1994, 6; "So schlimm habe ich mir das nicht vorgestellt". SPD-Abgeordneter war zwei Wochen als "Berber" unterwegs. In: Südkurier (Konstanz) Nr. 191, 19. August 1994, 5.
KIEBEL, Hannes: "nichtseßhaft" - ein Begriff wird in Kürze 100 Jahre alt. In: Gefährdetenhilfe (Bielefeld) 35/1993/1, 24-26.

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