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Internationales Symposium „Obdachlosigkeit in Japan und Deutschland“ – Hilfe und Bürgerengagement gefordert
Das internationale Symposium „Obdachlosigkeit in Japan und Deutschland“ (Veranstalter: Ôsaka City University Urban Research Plaza Committee, JDZB und Goethe-Institut Ôsaka, mit Unterstützung der Yomiuri Shimbun) fand am 4. März 2006 auf dem Sugimoto Campus der Ôsaka City University statt. An der morgendlichen Expertenkonferenz und der Podiumsdiskussion am Nachmittag nahmen insgesamt etwa 450 Personen teil. Es fand ein gründlicher Meinungsaustausch zum Wesen der Unterstützung Obdachloser und zum Problembewusstsein der Bürger in dieser Frage statt. Hier ein kurzer Überblick über die Veranstaltung mit Schwerpunkt auf der Podiumsdiskussion. Grundsatzreferate
Dr. Stefan Christian Schneider (Gründer des Vereins „mob – obdachlose machen mobil e.V.“): „Wohnungslosigkeit in Deutschland: Einige Bemerkungen zur gegenwärtigen Situation, zu den Hilfsangeboten und zu aktuellen Problemen und Aufgaben“
In der Zeit von 1989 bis 2005 gab es mindestens 143 Todesfälle durch gewaltsame Interventionen oder Angriffe. ![]()
Sumitani Shigeru (Vize-Umweltminister): „Das Problem der Obdachlosigkeit in Japan – Ideen und Maßnahmen zur Problemlösung“
Die Folge ist eine verstärkte soziale Ausgrenzung. Bei Todesfällen in Vereinsamung, Selbstmorden, durch Isolierung von in Japan lebenden Ausländern usw. muss dieser Aspekt berücksichtigt werden. Das notwendige Prinzip lautet „Social Inclusion“ (Beteiligung am gesellschaftlichen Leben). Wenn die ausgrenzenden Kräfte erst einmal wirken, wird eine Umkehr schwierig. Für die öffentliche Wohlfahrt ist es künftig erforderlich, nicht von Gesetzen oder Systemen, sondern von den realen Bedürfnissen auszugehen und die Bevölkerung einzubeziehen. Bei den Bedürfnissen spielt die Arbeit eine besonders große Rolle. Es geht um Einstellungen, aber auch um die Schaffung von Arbeit. Als Beispiel dienen könnten hier die so genannten „Sozialfirmen“, die aus einer Bewegung geistig Behinderter in Italien entstanden. In den etwa 2.000 Kommunen sollte es jeweils wenigstens eine soziale Werkstatt oder Firma geben, in denen die Leute auch soviel verdienen, dass sie davon leben können. Es ist wichtig, diese Einrichtungen in die örtlichen Wohlfahrtspläne aufzunehmen. (…) Expertengespräch und StrategiediskussionAm Expertengespräch am Vormittag nahmen Dr. Stefan Schneider, Werner Just (Sozialdienst Katholischer Männer e.V., Köln) sowie Vertreter von Organisationen aus Ôsaka, Kôbe, Wakayama, Kitakyûshû und Tôkyô teil. Sie diskutierten Wege, die Fähigkeiten der Betroffenen umfassend zur Geltung zu bringen, und Strategien zur Veränderung des Bewusstseins der Bürger. Dr. Schneider erklärte: „Deutschland hat eine hohe Arbeitslosenquote. ,Man gibt uns keine Anstellung mehr. Wir werden von niemandem gebraucht.‘ Das glauben viele und geraten in Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit. Sie kämpfen allein, haben kein Solidaritätsgefühl.“ Weiter führte er aus: „In Ôsaka gibt es in einem Zelt im Park sogar einen Selbstverwaltungsrat. Die Menschen sind motiviert und spüren ihre Identität und potenziellen Fähigkeiten.“Herr Just wies demgegenüber darauf hin, dass die Reaktion der japanischen Gesellschaft auf die Probleme schlechter als die deutsche sei. Es gebe hier zwar ein öffentliches Unterstützungssystem, doch werde es kaum genutzt. Hohe Wertschätzung bei den beiden deutschen Vertretern fanden die in Japan praktizierten Formen der Herstellung von Verbindungen zur Bevölkerung, wie z. B. die Einladung von Schülern zu Exkursionen, bei denen Obdachlose als Führer fungierten. Zugleich seien weit reichende Perspektiven vonnöten, für die auch die Macht der Medien zu nutzen wäre. Benefizkonzert von Thomas BeckmannNach dem ersten Teil des Symposiums gab der international renommierte Cellist Thomas Beckmann vor etwa 200 Zuhörern ein Benefizkonzert. Beckmann, der auch Gründer des Vereins für Obdachlosenhilfe „Gemeinsam gegen Kälte“ ist, spielte Stücke von François Couperin und Johann Sebastian Bach. Als Zugabe ertönen Melodien aus „Limelight“ von Charly Chaplin. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde die Tätigkeit des Vereins vorgestellt, worauf man anregte, probeweise auch in Japan Hilfsaktionen in Zusammenarbeit mit Musikern durchzuführen.
(Auszug aus den Sonderseiten der Ôsaka Yomiuri Shimbun (Morgenausgabe) vom 18.03.2006, Nachdruck mit Fotos mit freundlicher Genehmigung des Autors Hara Shôhei, Wissenschaftsredakteur der Yomiuri Shimbun, Ôsaka) Mir zur Verfügung gestellt von Michael Niemann ミヒャエル・ニーマン
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| Zuletzt aktualisiert am Montag, den 28. Mai 2007 um 01:16 Uhr |






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