
Dr. Stefan Schneider
Zwischen Ignoranz, Vertreibung und Integration
Wohnungslose MigrantInnen in Europa
Skizze für ein Forschungsvorhaben
Berlin, 02.03.2009
1. Abstract
Gegenstand des zweijährigen Forschungsvorhabens ist das in den letzten Jahren verstärkt auftretende Phänomen wohnungsloser MigrantInnen in Europa. Es bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Ignoranz, Vertreibung und Integration. Mit Blick auf historische Entwicklungen im Zentrum Europas ist die Situation vor allem in den Metropolen, aber auch in typischen Herkunftsländer und möglichen Zielländern zu untersuchen. Neben der Erfassung rechtlicher und sozialer / sozialpolitischer Strukturen ist der Fokus aber auch die individuelle Lebenslage, sowie typische Handlungskonzepte der Betroffenen zum Umgang mit der Situation. Neben dem Sichten und Auswerten von Material zum Gegenstand werden durch Forschungsreisen in Europäische Metropolen weitere Erkenntnisse, beispielsweise ExpertInnenwissen (wohnungslose MigrantInnen, WissenschaftlerInnen, SozialarbeiterInnen und SozialpolitikerInnen) und beispielhafte Modelle aufgegriffen, diskutiert und ausgewertet.
Ziele der Forschung bestehen darin,
- erstmalig Aussagen für eine Europäische Perspektive zu diesem Phänomen zu erarbeiten,
- sozialarbeiterische/sozialpolitische Konzepte, deren Leistungen und Effekte zu identifizieren,
- Ursachen und Überlebensstrategien wohnungsloser MigrantInnen zu ermitteln,
- Sichtweisen Wohnungsloser zu erarbeiten (Subjektperspektive),
- die Bedeutung von Empowerment und Teilhabe zu untersuchen,
- europarelevante/europäische sozialpolitische Strategien zu identifizieren und zu diskutieren.
Denn wenn das verstärkte Auftreten wohnungsloser MigrantInnen ein europaweites Problem ist, müssen auch Ursachen, Überlebensstrategien, subjektive Deutungsmuster, sozialpolitische Strategien sowie innovative und integrative Ansätze in europäischer Perspektive diskutiert werden. Dazu will dieses Forschungsprojekt einen Beitrag leisten.