| Schneider, Stefan: Dichtungen 029. Weisst Du wie das ist. 02.01.1986 | | Drucken | |
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Weißt du wie das ist in der Ungewissheit zu leben gewiss der Unzulänglichkeit mit einer C/0 in der Hand und der Verzweiflung ungezählter Bierflaschen. Was trennt uns, ungezählte Stunden 425 km Entfernung oder was ? Auch wenn deine Telefonnummer neunzigsteilig wäre ich kennte sie nach den neunmalneunzig Versuchen, Anschluß zu finden, selbst wenn ich wüßte, wo du wärst ich käme, alles hinter mich lassend vor dir und der ganzen Welt gestehe ich meine Schwäche, meine Schuld es ist der zweite Tag eines neuen Jahres, einer neuen Hoffnung. Wie gern hätte ich Aufstand, Auferstehung gefeiert - mit dir Die vielen Menschen die vielen Arme sie haben mich traurig gemacht Wut und Ärger wären besser glaub mir ich hab dich vermißt ich hab dich geliebt ich lieb dich noch immer was hätt ich drum gegeben, bei dir zu sein, oder wenigstens ein Anruf egal wann oder 'ne Telefonnummer, und wäre tausendmal besetzt irgendwo wär doch noch ein Durchkommen ein Auskommen ein Vorwärtskommen. Versteh mich ich hab Fehler gemacht große Fehler schwere Fehler weißt du noch damals als ich dir erzählte vom Mensch sein vom Mensch werden laß uns lernen laß uns vergeben, geben uns ergeben vergeben erleben laß uns schreiben malen skizzieren dichten entwerfen den großen Wurf vom Glück vom Frieden vom Mensch sein. Laß uns schreiben und zeichnen am Buch von der Liebe den vielen Umarmungen den heißen Küssen ich bin besoffen von dir weißt du noch ich möcht besoffen sein von dir nicht ersaufen nicht versaufen es kann doch nicht vorbei sein deswegen arte ich ja auf ein Wort so sang- und klanglos so wortlos kann doch nicht alles vorbei sein du siehst meine Hoffnung ist nicht sehr groß dafür meine Angst wofür, sag mir wofür das alles für nichts und wieder nichts das kann nicht sein versteh mich bitte versteh mich ich glaube ja, ich glaube an unsere Zukunft sag mir sag doch irgendwas. Ich seh dein Bild an der Wand was nützt mir dein Bild was nützt mir dein Lachen auf dem Bild ich wollte es nie, dein Bild, es reißt die Wunde wieder auf aber dein Lachen, wärst du doch ach wärst du doch mit deinem Lachen mit deinem Lachen bei mir oder ich bei dir, was macht es aus. Nur dein Lachen. Lonesome Blues down the dusty Highway, mein Gott es fahren so viele Autos auf der Straße steig doch aus irgendeinem aus egal welchem und klingele an der Haustür ich sag dir, ich werde laufen, eilen rennen wetzen dich zu empfangen - und so trinke ich noch'n Bier rauche noch eine Zigarette und höre den Blues und wofür aber die Frage kann ich mir auch selbst beantworten: Mensch, ich lieb dich doch! Stefan Schneider 2.1.86
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