| Schneider, Stefan: Der Kölner Bankexpress - eine etwas andere Zeitung. Berlin 1993 | | Drucken | |
| Publikationen | |||
Schneider, Stefan:Der Kölner Bankexpress - eine "etwas andere" ZeitungDer Bankexpress besteht seit über einem Jahr, und mit erstaunlicher Regelmäßigkeit produziert das Redaktionsteam etwa alle 2 Monate - wenn dann genug Beiträge beisammen sind - eine neue Nummer, inzwischen sind es stolze 6 Ausgaben. Die Zeitung überzeugt nicht nur durch den Ansatz, daß "Betroffene" selbst Zeitung machen, sondern auch durch die Beiträge, in denen Wohnungslose über die Realität ihres Lebens berichten: vielschichtig, persönlich, engagiert, (selbst)-kritisch. Im April 1993 hatte ich Gelegenheit, Christian Mathies vom Redaktionsteam kennenzulernen, und nehme diesen Anlaß, um hier auf den Kölner Bankexpress aufmerksam zu machen, indem ich neben einigen anderen Hinweisen die vom Redaktionsteam erarbeitete Selbstdarstellung dokumentiere.
In Ausgabe Nr. 6, S. 31 außerdem ein Hinweis zur Mitarbeit: STELLENMARKT Die Redaktion ist während der Öffnungszeiten (Mo + Do von 9.30 - 11.30, Mi von 18.00 - 20.00) in der Oase erreichbar. Der Kölner Bankexpress kann aboniert werden zum Preis von DM 1,-- pro Exemplar plus Versandkosten. Die Rechnung erfolgt jährlich. Redaktionsanschrift Kölner Bankexpress NachbemerkungZur OASE und dem Bankexpress gäbe es noch mehr zu sagen. Das Redaktionsteam ist nur eine von mehreren Gruppen, es gibt ein angegliedertes Wohnprojekt, eine Videogruppe hat inzwischen ein eigenes sehenswertes Video zu Obdachlosigkeit aus Ihrer Sicht produziert, eine Theatergruppe ist in Aufbau. Das bemerkenswerte an diesem Treffpunkt für und von Obdachlosen, ehemaligen Obdachlosen und anderen Menschen ist, daß er fast gänzlich ohne sozialpädagogische "Betreuung" auskommt. Abgesehen von einem Zivildienstleistenden, der in das Team der OASE integriert ist, und einem Pfarrer, der das Team supervisierend (regelmäßig wöchentlich) begleitet, sind es im wesentlichen Wohnungslose oder ehemalige Wohnungslose, die die Arbeit und das Angebot leisten und auftretende Konflikte und Schwierigkeiten nach Möglichkeit selbst regeln. Nicht zuletzt der Erfolg des Bankexpress macht einen solchen Selbstorganisationsansatz plausibel und wirft die Frage auf, inwiefern diesem konkreten Ansatz Modellcharakter zukommt. Mit Sicherheit ist es lohnenswert zu prüfen, was die vorliegenden Erfahrungen für Berliner Verhältnisse bedeuten könnten.Auch noch zu berichten wäre über den Namensgeber des Vereins, Benedikt Labre, der lange Jahre seines kurzen Lebens wohnungslos auf den Straßen lebte und von dem die Katholische Kirche hundert Jahre nach seinem Tod meinte erklären zu müssen, daß er ein Heiliger sei. Doch davon ein anderes Mal. Stefan Schneider aus: Schneider, Stefan: Der Kölner Bankexpress - eine etwas andere Zeitung. In: "Binfo" - Informationsdienst der Berliner Initiative gegen Wohnungsnot e.V./ BIN. Nr. 22 vom Oktober 1993. Berlin 1993, S. 18.
|
|||
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 05. Februar 2012 um 11:39 Uhr |

drstefanschneider.de









