Rund 50 Wohnsitzlose und einige Unterstützer haben in der Nacht zu Dienstag die Eingangshalle des Bahnhofs Zoo besetzt. Sie demonstrierten für bessere Obdachlosenquartiere und mehr Wärmestuben. Außerdem forderten sie Spritzenräume für Drogenabhängige. Das Obdachlosenmagazin "Straßenfeger" und die Jungdemokraten hatten den Protest organisiert. Er wurde von einigen Künstlern unterstützt, unter anderem von der Sängerin Bettina Wegner. Gegen Mitternacht versammelte sich die Gruppe und verhinderte nach der Abfahrt des letzten Zuges, daß die Tore des Bahnhofs geschlossen wurden. "Die Obdachlosen leiden unter den Sicherheitsdiensten", begründete Stefan Schneider vom "Straßenfeger" die Aktion. Nach seiner Schätzung leben 3 000 Berliner auf der Straße. "Wir sind keine Sozialstation", entgegnete Bahnhofsvorsteherin Barbara Kraßke. Um 1.30 Uhr war das "Sleep In" beendet. (se.)

Quelle: Berliner Zeitung, 11.02.1998, Seite 24, Stefan Ehlert

 

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